Der rote Sonnenschirm

Mein Guck auf's Ammerland und den Rest der Welt


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Wasser

Komisches Gefühl, wenn verschiedene, widerstrebende Eindrücke zugleich auf mich einstürmen. Beim Spaziergang gab es plötzlich Seen, wo noch nie welche waren und Bäche statt Asphalt. Der ferne Fluss toste bis zu mir herauf – und später hörte ich im Radio von Windhosen in Bayern.

Aber es gab auch die eine weiße Wolke, die wie leichte Seide das klitzkleine Stück Himmel verdeckte. Es gab weißen Dunst, der schüchtern am Waldrand ausgebreitet lag. Und den Vögeln wars sowieso piep-egal. Sie sangen und flogen als wär alles wie immer. Frühling? Oder noch immer Winter? 

Zwei Milane kreisen ruhig über mir und dem vielen Wasser und über dem Dunst. Ich beneide sie ein bisschen wegen ihrer wunderbaren Flugkünste und wegen ihres federleichten Überblicks. 

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Kuchenkatastrophenmittwoch

Oh Mann. Erwischt. Grau in grau. Draußen. Und drinnen auch. Schweigend arbeiten wir, ab und zu ein Sehnsuchtsblick gen Himmel. Aber da ist nur: Ja. genau: Grauingrau.
Dazu auch noch Mittwoch!
 Was das hier heißt, kann niemand ermessen, der nicht im Paradies wohnt.
KEIN ANTI-BLUES-KAFFEE mit Lächel-Sahnehäubchen!
Mittwochsgeschlossen steht an der Tür des Cafés im Ort.
GAR KEIN KUCHEN!
Denn mitten im schönsten Kuchenlustanfall hat auch die Bäckerei im Nachbarort Mittwochnachmittagsszu gemacht.
Hätte ich doch bloss heute früh dran gedacht! Oder gestern. Oder dienstags genügend eingekauft zum selber backen!
Buhuuuu!
Und dann auch noch: Kein Kuchen UND Nieselregen!
Sogar der Scheibenwischer an meinem Auto vergießt ein paar Tränen.

Sonnenschirms Wunderlampe

Sonnenschirms Wunderlampe

Was ich gegen den Blues jetzt mache -?
Eigentlich nichts.
Angefangen zu schreiben habe ich, als ich nach Hause kam.
Vom Blues und von der Kuchenkatastrophe.

Meine Finger flitzen über die Tasten, beinahe noch schneller als meine Gedanken denken können. Die Löschtaste kickt fröhlich Buchstabensalat vom Blatt.
Als ich fertig bin, ist es draußen schon dunkel. Schwärzestes Schwarz hat das Grau verschluckt.
Meine Schreibtischlampe verstrahlt freundlich Helligkeit.
Und jetzt?
Jetzt geh ich in die Küche.
Mach Apfelpfannkuchen.
Wer braucht schon jeden Tag Kuchen??


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Das Regengeschenk

Regen.
Er flüstert den Blättern des alten Zwetschgenbaums etwas ins Ohr und zugleich plätschert er die Regenrinne am Gartenhaus hinab. Auf der Wiese ist er ein gleichmäßig knisternder Klangteppich knapp über den Grashalmen.
Überall sanftes Rieseln und Rascheln, ein paar einzelne Tropfen fallen wassersatt zu Boden. Platsch. Manche tröpfeln mit spitzem Plitschplitschplitsch – je nach Größe machen sie ein anderes Geräusch.
Es rauscht weltumfassend. Es gluckert und schmatzt, und plötzlich vom Wind angetrieben, schwillt das gleichmäßig ruhige Pladdern zum schwatzenden Getöse, und aus dem Einheitsfortissimo werfen sich ein paar versprengte Tropfenkollegen in meine Richtung, landen auf meinen Händen, auf der Hose und auf meinem Haar.
Die Kaffeetasse ist sowieso längst leer. Ich verlasse meinen schön geschützten Balkonpausenplatz und gehe zurück an den Schreibtisch.
Und beinahe hätte ich sie verpasst, die Light-Show zur Regenmusik!

Regenbogen

Lichtspiel im Konzert der Tropfen

 


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Erinnerung an ein Lied

Himmelsbild

Wolkengetöse

„Und immer immer wieder geht die Sonne auf…« Dieses Lied ging mir plötzlich im Kopf herum, als heute abend ich auf den Auslöser drückte. Ja, ich weiß, uralt ist es  – und außerdem von Katja Ebstein.

Was soll ich sagen: Auf die stand ich mal. Da war ich vier oder fünf oder vielleicht auch sechs. Lalaalalalalalalalaaaaalala, dudidudidudadadaaaadaaaaa. Ähem. Sorry. Ich sollte nicht singen. Jedenfalls nicht öffentlich.

Aber heimlich mache ich es schon. Nach einem grauen Regengusstag zum Beispiel. So wie heute, wenn plötzlich die Wolken sich ziemlich verpisst haben und ein bisschen blauer Himmel sich zeigt. Wenn die letzten Sonnenstrahlen des Tages um die Wette leuchten, um  ein Farbenfeuer über mir zu entfachen.

Ein bisschen singe ich dann. Was von Katja Ebstein oder den Toten Hosen, oder von sonstwem. Ganz egal.


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Platsch und Matsch

Gummistiefel marsch!

Gummistiefel marsch!

Der Gartenschlauch hat sich heute mal faul eingewickelt. Zwangspause hat er. Ob er froh darüber ist, oder eher nicht, hat er mir nicht verraten. Aber: Gummistiefel! Sie haben heute ihren ersten Einsatz. Gummistiefel matsch – statt Wasser marsch – sozusagen. Nagelneu sind sie –  und hurra, hurra – sollen mir beim Spaziergang trockene Füße bescheren. Kein Pfützen-Hüpfen mehr! Keine komischen Quietsch- und Quatsch-Kommentare bei jedem Schritt! Welche Wohltat!
Eine Stunde platsch und matsch halten wir aus. Die Füße sind trocken geblieben, doch die Ernüchterung ist mir schon auf den Fersen:  Blase!  Und der Hund schaut, ja, genau: Wie ein begossener Boxer!
Was da hilft? Außer einem zartfühlenden Ehemann mit einer großen Tasse Kaffee in der einen und einem Pott Futter in der anderen Hand – genau: Die Maus. Die aus dem Fernsehen.  Unter www.wdrmaus.de kann jeder selbst mal schauen und nach dem passenden Regenlied suchen. Mir hat’s jedenfalls Spaß gemacht!


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Nach dem Regen

Es gibt Spaziergänge und Spaziergänge. Heute morgen so gegen halb sieben, zum Beispiel, da war der Himmel so hellblau und voller Lerchengesang, dass es gar nichts anderes gab, als drauflos zu stapfen. Mit großen Schritten vorwärts. Dem Tag entgegen.

Licht im Dunkelwald

Licht im Dunkelwald

Gestern dagegen, so ziemlich genau zwölf Stunden zuvor, da war es eher ein Tappen und Schlendern, ein langsames Gehen. Weil endlich – die Sonne durchbrach. Weil der Dunkelwald bei Schöngeising plötzlich so hell strahlte. Weil die niedrig stehende Sonne sich in Millionen Wassertropfen brach und die Helligkeit zum Gleißen und Glimmen brachte. Wow! Was für eine Sommerpracht! Wie viele Sorten Grün!

Eichhörnchens Schatz

Eichhörnchens Schatz

Wie viele Sorten Schatten – lang und dünn und schwer wie eine Decke, grau und dunkelbläulich und nachtschwarz.

Und darin verborgen – ein kleiner Schatz.

Wolkenbilder

Wolkenbilder

Jetzt ist es Mittag.

Der Wind treibt Wolken übers Land, Feen und Ungeheuer, Schleier und kleine Spinnen und Käfer, Vögel und Walrosse.

Spaziergängers  Wunderland.


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Blattlauskacke nochmal!

Für heute verschont! Foto: ba

Für heute verschont!
Foto: ba

Ob Rosen schimpfen und fluchen können? Ach, Sie meinen, diese Frage stellt sich nicht? Ist ganz und gar nutzlos? Weil Rosen nicht zu schimpfen brauchen? Weil sie immer nur schön sind und zart und weil sie höchstens mal sanft mit den Köpfen nicken, wenn der Wind daherkommt und ein bisschen Fangerle spielt? Und weil sie sonst keine Sorgen haben?

Ja, denken Sie wirklich, so ein Leben als Rose ist das pure Nektarschlecken? Nektar – schon das erste Stichwort! Kaum schaut rose aus der Knospe, schon sind Sie da mit Ihrem Monsterrüssel, den sie überall reinstecken müssen, wo es gut riecht. Ganz ehrlich – würde Ihnen das etwa gefallen? Ich verwette meinen Stängel: Würde es nicht.

Aber Ihnen geht das ja sowas von an den Staubfäden vorbei! Sie drücken alles platt mit dem Riesenriecher und dann verdrehen Sie verzückt die Augen, machen „Ah“ und „Oh“ und fühlen sich dabei, als wäre mein Duft allein Ihr Verdienst! Sagen Sie mal – haben Sie eigentlich eine Ahnung, wie SIE für MICH riechen? Sicher nicht wie Felicité Parmentier oder die Königin von Dänemark oder wie mein Lavendelnachbar – oder gar wie ICH! Nein – Stinkmorchel, Parfümblume und stinkende Nieswurz auf einmal! Brrrr! Und? Kann ich mich etwa wehren, Sie Schneckenschleimwerferin, Sie? Nein, kann ich nicht! Zum Dank für das Vergnügen, das ich Ihnen mache, werde ich an Stangen gefesselt und kann dann gucken, wie ich da wieder rauswachse! Werde mit klebrigen Zeugs besprüht und jeden Tag von Ihnen beguckt mit diesem stieläugigen Blick – Sie wissen schon: „Ah-Ah“, und „Oh-Oh-Oh“! Ja, können Sie mich nicht einfach mal in Ruhe vor mich wachsen lassen? Blattlauskacke nochmal! Was? Sie haben noch immer nicht die Nase voll von mir? Es regnet, gute Frau, Sie werden nass und Ihre komische Klickmaschine, mit der Sie jetzt vor meinem Gesicht rumfuchteln, geht kaputt, wenn Sie nicht aufpassen! Blattfraß, Heckenwickler, Mehltau und Rosenrost – haben Sie nicht kapiert, dass Sie mir auf meine zartesten Fruchtblätter gehen? Verschwinden Sie! Los!

Uff!! Sie geht! Geschafft! Himmel und Sonnenschein und Bienenfleiß! Ich bin GE-RET-TET! ! Kumpels und Nachbarn, hört ihr mich?! So schnell wieder weg war sie schon lange nicht mehr! Bin ich gut? Oder bin ich gut? Hä? Nicht mal gewunken hat sie mit der Rosenschere! Sag noch einer, die Frage, ob Rosen fluchen können, würde nichts bedeuten!