Der rote Sonnenschirm

Mein Guck auf's Ammerland und den Rest der Welt


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Spuren auf dem Scheunendach

Der erste Blick heute aus dem Fenster im ersten Stock.
„Ohhhhh –  guck mal – gegenüber auf dem Scheunendach!“
„Mmmh?“ Er quält sich von seinem Bürostuhl hoch. Der beste Mann undso (ihr kennt ihn ja schon) guckt.
„Aaah – ja. Ist ja interessant!“
„Interessant?“ Ich gucke ihn von der Seite an. Bloß interessant?, denke ich ein bisschen verstört und versuche, ihn mit tiefen Blicken dazu zu bringen, nochmal nachzudenken.
Er merkt, dass etwas ist. Dass mir irgendwas missfällt.
Wenigstens das, denke ich und verschränke schonmal die Arme.
„Ja also“, er kneift die Augen zusammen, blinzelt. „Vielleicht war das ein Habicht oder so? Oder eine Eule? Vielleicht eine Eule? War das schon gestern da, weil wenn nicht, dann muss es ja heute Nacht…….?“
„Pffff…“ Die Luft kommt einfach so aus mir raus. Weiß auch nicht, woher.
Er schenkt mir einen kleinen Seitenblick. Wie um abzuschätzen, wie schlimm es ist.  Dann krault er sein Kinn (da, wo vor ungefähr 15 Jahren mal ein Bart war..)
„Ja also, weißt du, ich kenne mich nicht so aus bei den Vögeln und vielleicht kann man ja anhand der Form des Abdrucks….. Im Internet vielleicht…?“
„Pffffffffffffffffff…“ Schon wieder diese Luft von irgendwo. Und gleich so viel!
„Vogel? Welcher VOGEL?“, japse ich und strecke die Hand aus. So als ob er dann besser sehen könnte. Obwohl er doch eh schon auf die Schneefläche starrt. Volle Konzentration und trotzdem sieht er es einfach nicht.
Er hebt die Schultern. Gleich gibt er auf. Ich ahne es.
„Also tut mir leid….. Wie gesagt….. Keine Ahnung…..!“
Männer sind manchmal wirklich so schwer von Begriff, denke ich.
Männer wissen einfach NICHTS!
„Das ist“, beginne ich ganz langsam, jedes Wort beladen mit dem Gewicht meiner ganzen pädagogischen Verantwortung,  „- es ist doch ganz eindeutig! Schau mal GENAU hin!“
Er schaut. Und schaut. Und schweigt.
„Die gebogenen Flügel. dieses körperähnliche Gebilde in der Mitte – Und dann auf dem DACH!“
Keine Reaktion. Der beste Ehemann undso zuckt und windet sich ein bisschen, atmet erstmal hörbar ein, dann wieder aus, und – schüttelt den Kopf.
„Sorry, keine Ahnung!“
Ich lasse die Hand sinken.
„Ach – das ist doch ganz klar!“ Jetzt bin ich schon ein bisschen ärgerlich. Beinahe beleidigt. Denn es liegt doch auf der Hand, oder? Ist doch wirklich nicht so schwer zu sehen, oder? Es gibt WIRKLICH keine deutlichere Spur, oder? Und wenn einem so was mal begegnet, dann ERKENNT man das doch, oder? Jeder normal denkende Mensch würde sowas sofort und auf den ersten Blick —- oder etwa nicht?
Ich spreche nicht aus, was ich denke. Dafür senke ich den Kopf und luge bedeutungsschwer über den oberen Brillenrand.
„Mensch – das war  – EIN ENGEL!“ Flüsternd kommen die Worten über meine Lippen. Gerade so, dass er es hören kann.
Ich starre ihn an und er starrt zurück, seine Augen ganz groß vor Überraschung, sein Mund zuckt und seine linke Augenbraue auch.
Dann schlägt er sich mit der flachen Hand an die hohe Stirn.
„Ganz klar!  Ein Engel!“ Er sagt das ganz ruhig. „Wieso bin ich dadrauf nicht gekommen?“
Ich nicke zufrieden. Vielleicht wissen Männer von Engeln wirklich fast NICHTS. Aber meiner schon.

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Urlaubsfahrt-Experten-Tipps

Ja müssen wir denn wirklich uns sagen lassen, wie wir uns in einem Stau verhalten sollen? Wie wir unterwegs die Muskeln entspannen, wie viel Pausen wir brauchen, wie wir die Fahrtroute planen und wie wir all den Stress vermeiden, der eine Urlaubsfahrt angeblich unvermeidbar mit sich bringt?
Urlaubszeit. Im Radio spricht eine Frau mit stiller Flüster-Stimme (stressfrei!) über das Reisen zur Reisezeit und wie und warum ich mich eingepfercht fühle muss und gefangen zwischen Tausenden Anderen, die auch irgendwohin wollen, ausgerechnet gleichzeitig mit mir. Die vorsichtige Anmerkung des Moderators, dass es doch auch wohl möglich sei, ganz gechillt im Stau zu stehen (man habe ja schließlich Ferien und hetzen müsse man wohl nicht), drückt sie die Luft ab. „Schön, wenn das geht. Aber..“ Und dann erklärt sie, dass uns das Ausgeliefertsein im Stau aggressiv macht und die Bewegungslosigkeit uns lähmt und ängstigt, die (natürlich) über uns gekommen ist wie ein Gottesurteil.
Vorbereiten müssen man sich deshalb. Vorsorgen mit Essen und Trinken und genügend Musik und vielleicht mit einem heiteren Hörbuch als Stau-Klaustro-Frust-Fresser.
Aha.
So ist das also.
Sogar auf der Fahrt in den Urlaub muss ich mich sorgen.
Muss mich rüsten und der Angst entgegen wirken. Der Angst vor den anderen Autofahrern, vor den Auspuffgasen, vor Regenschauern und zu viel Sonnenschein, vor Bäumen, die zu viel Schatten spenden oder vielleicht rutschige Blätter auf die Fahrbahn werfen, vor Tunneln sowieso und vor Dunkelheit und Helligkeit gleichermaßen, davor, zu früh oder zu spät losgefahren zu sein, vor Mückenschwärmen, die zum geöffneten Fenster hereinkommen könnten oder Fliegen oder gar – oh Gott – einer Wespe, die, angelockt durch das so notwendige Essen und Trinken im Wagen, eindringt in meine kleine Auto-Urlaubsfahrt-Welt. Ach, und überhaupt vor der ganzen Welt muss ich mich ängstigen, scheint sie zu sagen, die Frau im Radio.
Ist es wirklich das, was sie mir sagen muss?
Und: Muss ich wirklich ZUHÖREN?
KNACK!
Ruhe kehrt ein.
Werde immer einfach losfahren.
Die nächstgelegene Ausfahrt nehmen, wenn es sein muss.
Umwege nicht scheuen.
Und die Angst bei denen lassen, die sie verbreiten.

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Stolpern und Losgehen

Bin wieder mal hier herein gestolpert und mein Herz hat gerufen: Lauf mal wieder los über die Tastatur und schnüre Zeilen über die leeren Seiten!

Noch protestiert mein Kopf: Keine Zeit, keine Zeit!

Aber über die Bücher hinweg, in denen meine Gedanken festhängen, gehen die Finger ihren eigenen Weg. Mal sehen, wohin das führt.Weg

 

 

 

 


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Es könnte ja so aussehen…

als wäre ich faul: Kein Eintrag mehr seit Monaten. Doch die Wahrheit ist: Es gibt Veränderungen. Eine ganze Menge davon. Das Leben ordnet sich neu auf positive und spannende Art und Weise.

Doch ich muss mich erst einmal darin zurecht finden. Wenn ich alle Ecken  erforscht und alle Steilhänge ausgelotet habe, dann melde ich mich auch hier wieder.

Versprochen.

Und dann erzähle ich auch über das, was es Neues gibt.

Auch versprochen.

Bis dahin wünsche ich allen ein gutes, erfolgreiches und ebenso spannendes 2016!