Der rote Sonnenschirm

Mein Guck auf's Ammerland und den Rest der Welt


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Stillstandsitzen

Hunderunde. Das Wort stimmt genauso, wie es da steht. Zumindest heute. Die Runde des Hundes, nicht meine.
Bedeutet: Der Hund bestimmt die Runde. Er hat bestimmt, dass wir sie überhaupt gehen. Und jetzt bestimmt er das Tempo. Er sagt, dass wir erst eher links und Augenblicke später eher rechts des Wegs gehen wollen, und dass das möglichst abwechslungsreich im Zickzack zu erfolgen hat. Er hält an, wenn er Anhalten für notwendig hält. Und natürlich gilt fürs Weitergehen dasselbe.

Ich gucke zu, wie er hier schnüffelt und dort hingebungsvoll Hundeverzückungsdüfte einsaugt, wie er sich leiten lässt von Spuren, die ich nicht sehen, riechen, fühlen kann. Ich folge ihm nachlässig, bleibe brav stehen, wenn er es will, lasse zu, dass er an der langen Leine hierhin und dorthin sich treiben lässt.
Denn eigentlich bin ich gar nicht hier.
Eigentlich bin ich zuhause oder bei meiner Arbeit oder bei den letzten Zeilen des Buchs, das ich gerade ausgelesen habe. Oder ich denke an Frühstückmittagabendessen und daran, was ich noch dafür einkaufen muss. Ich denke an Bügelwäsche und an die Ausflugspläne fürs nächste Wochenende. Ich denke an Dinge, die ich geschafft habe und an solche, die ich nicht geschafft habe, obwohl ich sie doch so unbedingt schaffen wollte, Ich denke an Zeitpläne und Knopfnähtechniken, an herbeigesehnte Helferleinzwerge und an ein altes Foto in der Schublade.
Ich bin gar nicht hier.
Ich fahre Karussell.
Dreh mich im Gedankenkreisel.
Augen zu und durch im Schleudergang.
Aber dann….!
Von einem Moment auf den anderen…
Auf einmal und ganz plötzlich…
Unerwartet und aus dem Nichts…
Dann –
Dann kommt der Platz.
Der eine. Der, den ich einfach nicht übersehen kann.
Der sich mir in den Weg stellt.
Von dem wir magisch angezogen werden – ich – und sogar und vor allem auch mein Hund.
Es ist der Platz der Plätze.
Der Platz für Gedankenkraussellsabotage.
DER Platz, an dem alles zum Stillstand kommt.
Hinsetzen. Anhalten. Ahhh – was für eine Wohltat!

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Altweibersommerblues

Altweiberspinnerei

Schöne Altweiberspinnerei

Ich gestehe es: Ich mag den Altweibersommer. Ich mag die besondere Luft – die auch bei über 25 Grad schon ein wenig bitter schmeckt. Ich mag es, wenn sogar in der Sonnenhitze der kühle Wind spürbar ist, der ankündigt, dass es bald endgültig vorbei ist mit dem Sommer. Ich mag die klare Luft, die weite Sicht, die besondere Stille, die sich über Wiesen und Bäume legt, so als würde die Natur eine Pause einlegen. Langsamer werden. Es sich noch einmal so bequem wie möglich machen im bald ungemütlichen Winterzeit-Bett.

Vielleicht heißt der Altweibersommer ja gerade deswegen so, weil Weiber wie ich, bei denen sich der Alterungsprozess schon schmerzlich bemerkbar macht, ihn besonders mögen?
Die beste Hälfte, die ich je hatte, lacht mich aus.
„Pffffff“, macht er. „Alterungsprozess! Jetzt hör aber auf!“
Er hat ja gut reden. Männer tragen die Grauen mit Stolz, Frauen mit kiloweise teuer bezahlter Haarfarbe drauf.
Ich schmolle ein bisschen. Warte darauf, dass er noch mehr zu sagen hat. Ein entrüstetes: „Du bist doch nicht alt!“ etwa, oder: „Die paar Falten! Du bist doch wirklich noch jugendlich!“ Oder wenigstens: „Ich liebe alle deine Alterserscheinungen.“
Wir hocken auf einem Stein an der Ammer. Sonnenstrahlen im Gesicht. Gerade habe ich dieses Spinnennetz fotografiert. Altweibersommerspinnennetz.
Aber jetzt schweigt meine beste Hälfte.
Wo er mich hätte retten können vor dem Altweibersommerblues, der erschreckenden Erkenntnis, dass ich älter werde – sogar schon älter bin, jeden Tag ein bisschen mehr. Nein, achwas: Jedes Vorrücken des Sekundenzeigers gräbt eine Scharte in meine Haut, nagt an meinem Binde- und Muskelgewebe, macht sich über meine Gehirnzellen her…
Ich seufze.
„An deiner Uhr ist gar kein Sekundenzeiger!“
Männliche Logik.
Er sieht mich an.

„Was würdest du sagen, wenn der Altweibersommer gar nichts mit alten Weibern zu tun hätte?“, grunzt er.
„Dann wäre ich natürlich erlöst“, sage ich. Es platzt regelrecht aus mir heraus.
Zu spät merke ich, dass dieser Satz mich nun endgültig abschneidet von der Möglichkeit, doch noch wenigstens ein paar klitzekleine Komplimente zu bekommen.
„Oder du wärst erlöst – das kommt ganz auf den Standpunkt an.“, schiebe ich nach und denke an meine gerade gewährte unfreiwillige Befreiung von der Komplimentenpflicht.
„Äh – wie meinst du -?“
Warum er diese Bemerkung jetzt nicht versteht, ist mir ein echtes Rätsel. Ich schaue aufs Wasser, das unaufhörlich von links nach rechts an mir vorbei fließt.
Ich merke, dass er den Kopf schüttelt. Nur heimlich und für sich, aber ich merke es trotzdem. Das kommt von den Beste-Hälfte-Antennen, die mir mit den Jahren gewachsen sind.
„Also.“, er rückt an seiner Brille.
„Der Altweibersommer – das ‚Weiber’ in dem Wort hat was mit dem althochdeutschen ‚weiben’ zu tun. Und das heißt ‚weben’. Wegen der Spinnen, weißt du? Junge Spinnen lassen sich nämlich an den von ihnen selbst gewebten Spinnenfäden durch die Luft tragen. Damit es da, wo sie geboren wurden, keine Spinnen-Überbevölkerung gibt – und damit sie fern von ihrem Clan ihren eigenen Clan gründen können. – Kommt dir das irgendwie bekannt vor?“
Ich nicke. Natürlich. Auch meine Jung-Spinnen haben sich schließlich gerade abgeseilt vom Mutter-Nest. Sozusagen.
„Also haben Spinnen-Mütter dieselben Probleme wie ich mit dem Älterwerden?“, frage ich, um meine beste Hälfte zurück zu schubsen auf den Komplimente-Weg.
„Also, das weiß ich jetzt nicht. Stand nicht bei Wikipedia, sorry. Jedenfalls – “, nimmt er seinen Spinnenfaden wieder auf, „ist das Wort ‚alt’ als ‚spät’ zu verstehen. Das Weben im späten Sommer sozusagen. Also nix Älterwerden und Alte-Frauen-Hysterie oderso.“
Er grinst. Breit. Triumphierend.
Phhh.
„Und warum glaubten dann unsere Vorfahren, dass diese Fäden Haare sind, die die Schicksalsgöttinnen, die so genannten Nornen, beim Kämmen verloren haben?“ kontere ich. „Und dass diese Haare nur den alten Frauen, an denen sie haften bleiben, Glück bringen?“
Ich habe auch Internet. Und auch meine Suchmaschine kennt Wikipedia und Co.
Meine beste Hälfte schnauft.
„Achso – und warum werden die Spinnenfäden, die im Spätsommer durch die Luft schweben, auch „Marienfäden‘ genannt?“
Die beste Hälfte zuckt mit den gar nicht altmachenden graumelierten Augenbrauen.
„Weil man sagt, die Fäden stammen von dem Mantel Mariens, den sie bei der Himmelfahrt trug. – Und Maria war bestimmt keine alte Frau, oder?“
Ich stöhne auf.
„Aber trotzdem!“, sage ich schmollend und trotzig.
Mir dämmert, dass die Chance jetzt endgültig vertan ist. Keine Komplimente. Ich bin einsam dem Prozess des Verfalls anheimgegeben. Nicht der klitzekleinste Altweiberblues-Rettungssatz von meiner besten Hälfte.

„Ich weiß übrigens noch was“, sagt der, als er sieht, wie ich ergeben die Augen schließe und die Sonne ihr Werk auf meiner Haut (= schnellere Alterung bei Nichtbenutzen von einschlägig beworbenen Pflegeprodukten) vollbringen lasse.
„Ich hab gelesen, dass der Altweibersommer die stabilste Schönwetterperiode im Jahreslauf ist – kein jugendliches Hin und Her von Sonne und Regen wie im Frühling, keine Brühhitze, keine Schwüle und keine Unwetter wie im Sommer. Dafür viel herzerwärmender, konstanter Sonnenschein von morgens bis abends, und nur so viel Regen wie es eben zum Leben braucht. Und – das finde ich persönlich am Allerbesten: Ganz viel klare Luft, kaum Blitz und Donner, höchstens ein bisschen Gegrummel am Horizont!“
Pause.
„Wenn du schon glaubst, dass der Altweibersommer irgendwas mit dir zu tun hat, solltest du das wissen, finde ich!“, sagt er.
Da ist es, das Kompliment von der besten Hälfte, die ich je hatte. Es bläst den Blues einfach weg. So ein schöner Altweibersommer!


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Prellrippchen

 

Fußball - und PrellrippeKnacks. Aua. Luftnot und Gewimmer. Schmerz bei der allerkleinsten Bewegung. Wie ein Schwert, das mich durchbohrt. Funkensprühend. Heißwiesau.
Diagnose: Rippenprellung. Der Arzt sagt es ungerührt. Ob gebrochen oder nicht, sagt er, macht keinen Unterschied.
Es schmerzt halt, sagt er er. Und es dauert.
Naja, denke ich. Ärzte übertreiben. Und wenn das Distorsions-HWS-Dings, das er auch noch gleich der schweigenden, im Weiß ihres Kittels, der Haare und des blassen Make-ups versinkenden Sprechstundenhilfe in die Tasten diktiert, erstmal weg ist – Phh. Dann geht‘s mir wieder gut. Lääääängst!
Also ich rate zu Ruhe, sagt er. Aber nicht zu viel davon. Damit keine Schonhaltung entsteht – Sie wissen schon.
Ich weiß schon? Ich denke kurz nach und dann an die Zombiene, die mir begegnet ist. Draußen im Gang, beim großen Garderobenspiegel, vor ein paar Minuten. Gebückt. Verbogen. Schulter krampfhaft hochgezogen, Kopf ein bisschen schief.
DAS war Schonhaltung.
Ich nicke.
Alles klar.
Hatte exakt meine Klamotten an, dieses krumme Monster. Warum bloß fällt mir das jetzt ein?
Das war ich nicht, stottere ich.  – Und:  AUTSCH
Ich halte das schon aus.
Ich versuche, den Arzt anzusehen, blöderweise steht er direkt neben der geprellten Rippe, also seitlich. Ich kann – bei maximal starrem Oberkörper – ein bisschen den Kopf drehen und dann mit den Augen halbschräg nach oben – AUAAAA!
Ich schreibe Ihnen ein Schmerzmittel auf.
Wieder diktiert er, die blasse Frau tippt, er reicht mir die Hand.
Vergiss es, denke ich. Vergebliche Mühe. Ich nehme niemals Schmerzmittel. Wirklich gar-nie-niemals! Schon überhaupt nicht wegen sowas. Wegen so ein bisschen Prellrippchen!
Leider kann man bei Rippen gar nichts machen, sagt er zum Abschied. – Soll das tröstend sein? – Nur Schmerz lindern und warten, dass es besser wird.
Und dann ist er weg. Ich schleppe mich hinter Kittelschneeweißchen her und hinaus. Nehme das Rezept in Empfang, schlurfe zum Ausgang. Lift. Straße. Da vorne wartet die beste Hälfte, die ich je hatte.
Na, wie war‘s?
Alles okay. Rippenprellung. Meine Stimme quetscht. Kann kaum atmen, die rechte Seite fühlt sich an wie ein mit heißer Lava gefüllter Sack.
Ohje. Hast du ein Rezept gekriegt? Schmerzmittel?
Kurz überlege ich. Dann schüttele ich den Kopf. Oder besser: Ich hoffe, dass der Hauch von Bewegung, den ich zustande bringe, als Kopfschütteln interpretiert werden kann.
Aber hör mal! – Die beste Hälfte, die ich je hatte, schnaubt.
Klar hast du! Ich kenne dich.
AAAABBBEEER. Er nimmt die Rechte vom Lenkrad, hebt den Zeigefinger.
Die Lesung! sagt er. Willst du nicht fit sein? Sonntag! Die Anthologie! Salon Irkutsk! München, Isabellastraße! Fußball! Er wirft mit den Worten herum. Erzählt mir begeistert, was ich schon weiß. Das neue Buch, lauter Geschichten rund ums runde Leder, Realträumereien zur Fußball-WM.
UND ich mittenmang.
UND ich lese meine Geschichte!
Ja-Hurraaua-autsch!
Na siehste! Er feixt.
Da hinten ist eine Apotheke. Ich halt mal schnell an.
Er wedelt mit der Rechten, ich gebe ihm das Rezept. Lässig-ergeben. Ich kann ja nicht anders, wenn die beste Hälfte, die ich je hatte, so ein Brimborium macht.
Aber nehmen tu ich die nicht!, sage ich und das Schwert sticht schon wieder, röchelnd japse ich nach Luft.

Die beste Hälfte springt aus dem Wagen und ist schon drin in der Apotheke. Kauft Schmerzmittel. Für mich. Wo ich doch, siehe oben, Schmerzmittel nicht nehme. Niemals.
Als er zurückkommt, die winzige Knistertüte lässig hin und her schaukelnd, lächelt er. Dann schwingt er sich ins Auto und neben mich, legt mir das Tütchen in den Schoß. Kramt eine Wasserflasche aus dem Handschuhfach. Dreht den Verschluss auf.
Nur wegen der Lesung, sagt er.
Ich bleibe ruhig. Nicke, soweit Prellrippchen es erlaubt. Und das ist wenig. Sehr wenig. Ein Hauch von Nicken, sozusagen.
Klar, die Lesung!
Nur die Lesung. Ausschließlich wegen der Lesung greife ich brav zur Pille, obwohl ich doch niemals….
Ich trinke. Schlucke.
Noch während das weiße Dings meine Speiseröhre runterrutscht, weiß ich plötzlich: Die Wahrheit ist anders.

Und wenn ich jetzt könnte wie ich wollte!
Dann würde ich, jawoll!
Mich hinüberbeugen zur besten Hälfte, die ich je hatte.
Mich auf ihn stürzen – ihn abknutschen und ganz fest an mich drücken.
Bitteschön: Hat er mich etwa nicht gerettet? MICH – und bytheway- die Lesung auch?
Aber ich kann nicht. AUUUUTSCH. Prellrippchen wirft sich dazwischen, ist strikt gegen Knutscherei.
Ich denke an die weiße Pille.
Warte nur, sage ich still zu mir. Und zu Prellrippchen.
Bald…

Und hier nun, für alle, die gerne kommen möchten:

„Fußball – nur eine Nebensache?“ Literatur ums runde Leder.

Lesung aus der Anthologie am Samstag, 18 Mai. 2014, 19 Uhr. (Einlass 18.30 Uhr),
Salon Irkutsk, Isabellastr. 4, 80798 München.


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TOOOOOOOR !!!!

Los! Lesen!

Los! Lesen!

Anpfiff: Sie ist da – und ich bin drin! Die neue Anthologie „Fußball – nur eine Nebensache?“ des muc-Verlags ist jetzt erhältlich.

Und: Auch ich habe eine Geschichte zum Thema Fußball beigesteuert, jawoll!

Aber natürlich gibt es noch viele andere lesenswerte und tolle Erzählungen und genauso viele wunderbare Illustrationen in dem kleinen Band!
Alle, die es kaum noch aushalten können, bis die WM endlich angepfiffen wird, werden genauso viel Spaß mit dem Büchlein haben, wie Fußballverrückte und Fußballmuffel und Zwangsfußballgucker, Public- und Lonesome-Viewer, Ballskeptiker und Couch-Coaches, Abseits-Spezialisten und Daumendrücker und… und… und…

Ganz bestimmt und versprochen!

Zu haben ist es hier: www.muc-verlag.de und im Buchhandel.

Ich freu mich jedenfalls, dass meine Geschichte hineingekullert ist in das schöne Büchlein.  Ich  wünsche ihm viele viele viele Tore – äh – Leser und Leserinnen.

 


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Lesung im Stemmerhof

Berauscht & BesessenWer mich gerne einmal live erleben möchte, der komme am kommenden Samstag, 23.11.2013, 19 Uhr, in den Literaturkeller im Stemmerhof, Plinganserstr. 6 (Eingang: Jägerwirtstraße 4), 81369 München.

Ich lese mit vier anderen Autoren, die allesamt dem Münchner Künstlerverein „Realtraum e.V.“ verpflichtet sind, der auch Veranstalter des Abends ist. Mit von der Partie sind außerdem eine Reihe bildender Künstler, die ihre Werke ausstellen werden. Auch sie gehören ebenfalls dem Verein an.

Ich lese meine Kurzgeschichte „Vinzenz“, in der es sehr viel um Musik geht , fast genauso viel um Begeisterung und ein bisschen auch um die Liebe. Begleiten wird mich mein Mann, Gerhard Kaßing, der mit den Saiten seiner Gitarre meine Worte auf seine Weise zum Klingen bringen wird.

Die Kurzgeschichte gibt’s in gedruckter Form in der Anthologie „Berauscht & Besessen“, die im September vom Verein Realtraum e.V. herausgegeben wurde und beim muc-Verlag erschienen ist.

Eintritt: 7 €  (- inkl. Snacks), Reservierungen sind vielleicht sinnvoll, da der Raum sehr klein ist. Hier gibt‘s weitere Infos:
Kartenreservierung – REALTRAUM e. V. – Literatur | Bildende Kunst | Musik | München
Bücher – muc Verlag

Und über die Mitwirkenden:
Sabine Brandl Home – Autorin Sabine Brandl
Jan-Eike Hornauer Textzüchterei Hornauer
Günter Kohlbecker Belletristik | Günter Kohlbecker
Karsten Beuchert  Karsten Beuchert – REALTRAUM e. V. – Literatur | Bildende Kunst | Musik | München

Die Bildenden Künstler:
Gisela Weinhändler  www.gisela-weinhaendler.de
Monika Veth Start Seite – veths Jimdo-Page!
Iris Wassil Iris Wassill – REALTRAUM e. V. – Literatur | Bildende Kunst | Musik | München
Tanja Federl Tanja Martina Federl Fotokunst

Musik:
Gerhard Kaßing
Er präsentiert sich im Netz ganz hauptberuflich: Scheidung München | Ihr Experte in München


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Ein ganzer Kerl von knapp 600 Jahren!

ChristopherusGestern bin ich tatsächlich einem „richtigen Kerl“ begegnet. Ja! Mir hat er ausnehmend gut gefallen, obwohl er schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat: 580 sollen es ungefähr sein. Und gesehen habe ich ihn in der Kapelle St. Georg in Roggenstein bei Eichenau. Zum letzten Mal in diesem Jahr öffnete der Verein „Kapelle St. Georg Roggenstein e.V“ die alte Holztür an dem unscheinbaren Gotteshaus für Besucher.
Zugegeben: Die anderen gotischen Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert haben wirklich auch alle Bewunderung verdient, der Barockaltar thront beeindruckend in dem kleinen Kirchenraum – gar nicht zu reden von der schönen Girlandenbemalung der Holzdecke, den kleinen Skulpturen oder den frisch restaurierten Kreuzwegstationen.
Die kleine Kapelle auf dem Hügel hat es wirklich im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Aber – und das gebe ich hier einfach mal so zu: Der Star des Tages war für mich eben dieser Christopherus, der überlebensgroß neben die Tür mir förmlich entgegen sprang.
Wer da wohl vor beinahe 600 Jahren Modell gestanden hat? Zu gerne würde ich das wissen! Denn dieser Christopherus tritt einem so beschwingt entgegen, er strahlt so viel Energie und Tatendrang und Entschlossenheit aus, dass es mir ganz warm wird ums Herz. Gibt es irgendwas, das diesen Mannes aufhalten könnte? Ist eine Gefahr vorstellbar, mit der er nicht fertig werden würde? Drachen? Seeungeheuer? Fluten, Sturm und Regen? Phhh! Rein gar nIchts gibt es, was sich ihm in den Weg stellen könnte – was ihn davon abhalten würde, sein Ziel zu erreichen! Ein echter moderner Held also, dieser fast 600 Jahre alte Kerl! Alle Will Smiths und Hagrids und Vin Diesels und Daniel Craigs könnten vor Neid erblassen. Das Christuskind jedenfalls scheint meiner Meinung zu sein. Sehr gelassen und sicher und überhaupt nicht ängstlich sieht es aus, wie es da auf den Schultern des Mannes sitzt und sich an seinen wilden Haaren festkrallt.
Mir gefällt er, der Christopherus mit dem durchdringenden Blick. Und: Angst vor dem, was mir an Alltäglich-Ärgerlichem, Nervigem, Blödem, Unangenehmen in dieser Woche begegnen könnte?
Herbstblues?
Durchhänger?
– NÖ!

Nachtrag: Die Kapelle ist erst wieder im Frühling 2014 zu besichtigen. Sie ist wirklich einen Besuch wert – und nicht nur wegen des Christopherus! Nähere Informationen gibt es hier:
Kapelle St. Georg in Roggenstein


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Nachtrag

Dicker Schnupfen günstig abzugeben

Dicker Schnupfen günstig abzugeben

Ich bitte nochmal eindringlich denjenigen, der gestern mein kleines Halsweh mitgenommen hat, sich zu melden. Leider hat er nämlich hier was vergessen und ich wäre durchaus sehr gerne bereit, es gegen das kleine Halsweh wieder einzutauschen.
Es ist ja auch, gelinde gesagt, ganz schön dreist, einen dicken Schnupfen samt Matschkopf und roter Nase dazulassen und sich mit MEINEM kleinen Halsweh vom Acker zu machen, oder nicht? Also bittesehr! Stellen Sie sich! Für Ihre Ehrlichkeit biete ich auch was: Verschwiegenheit! Und heißen Tee. Gegebenenfalls sogar ein Päckchen Taschentücher.
Und, wenn Sie nett danach fragen, sogar ein Stück vom Ingwer!