Der rote Sonnenschirm

Mein Guck auf's Ammerland und den Rest der Welt


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Jetzt aber: DIE Brücke

Es ist nicht die Golden Gate, sie überspannt auch kein Meer, nur einen Fluss: Die Ammer.  Wer schon einmal nach Oberammergau gefahren ist oder nach Garmisch, der ist vielleicht schon mal drübergefahren, über diese Brücke. Echelsbacher Brücke heißt sie, nach dem Ort, der an ihrer Flanke liegt, und der in der Geschichte der Handelswege in Deutschland eine so wichtige Rolle gespielt hat.

Die Brücke ist ein Wunderwerk der Brückenbaukunst und die am weitesten gespannte Melanbogenbrücke der Welt, sie wurde in einer Bauzeit von nur  knapp einem Jahr fertiggestellt – und sie macht einfach eine gute Figur.

Es gibt unendlich viele Einzelheiten über diese Brücke im Netz – hier zum Beispiel ist der Abdruck eines  Flyers der Gemeinde Rottenbuch.

Schon seit längerem ist klar, dass die Brücke restauriert werden muss – und nun wird eine Behelfsbrücke errichtet, über die der Verkehr fließen soll, so lange die Reparaturarbeiten dauern.Brücke2

Die Ammerschlucht samt Brücke haben mich schon lange fasziniert: Allein der Nervenkitzel, auf dem Fußgängerstreifen über die Brücke zu gehen und durchs Geländer  nach unten zu spicken! Ich gebe zu, ich bin nein Angsthase – aber dieser Blick ist einfach nervenaufreibend.

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Jetzt also gleich zwei Brücken – die neue ein bisschen schräg versetzt neben der anderen. Ein Gewirr aus Stahl und Beton, die Linien gehen ineinander über, ergänzen sich – und scheinen sich gegenseitig Halt zu geben.

Natürlich gibt es auch wieder einen Fußgängerstreifen, und mir gefallen auch hier die Linien, die klar sind und noch unbenutzt und doch irgendwie eingesperrt.

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Ja – ich hab’s versucht. Ich wollte ja auch da runter klettern auf diesen (ziemlich breit aussehenden) Pfad und alles mal von unten ansehen. Aber ich als gelernter Angsthase  – siehe oben – und DIESER steile Abhang und DIESER Blick in die Tiefe – das passte einfach nicht. Seufz!
Wie gut, dass die beste Hälfte, die ich je hatte, die Fotos für mich gerne gemacht hat. Sind sie nicht super geworden? Sozusagen schaurig-schön? Und unten rechts sieht man mich in luftiger Höhe stehen und staunen über so viel Mut!

 

 

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Narrensprung in Leutkirch

 

Fertig zum Sprung

Die Narren springen in Leutkirch im Allgäu

Vor zwei Tagen haben wir uns aufgemacht: Mal wieder schöne Masken anschauen! Schwäbisch-allemannisch ein bisschen gruseln, „Haarig isch die Katz“ schreien und staunen.

Sind die nicht toll??


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Kaffeeschaumengel

Ich finde ja, Engel kann man grundsätzlich immer mal gut gebrauchen. Man kann sie beschwören, sie herwünschen oder auch mal zu jemandem hinschicken, damit das gerade diensthabende Engelwesen auf diesen Jemand gut aufpasst.

Aber das? Ein Engel in meinem Cappuccinoschaum? Zart und schon ein bisschen undeutlich, aber noch immer klar erkennbar. Zwei Flügel, ein Röckchen und ein Kopf. Ein Engel eben. Naja, eher ein Engel-chen.

Ich frage mich natürlich, wer den Engel geschickt hat. Und worauf dieser Engel in meiner Tasse wohl aufpassen soll (Auf die Menge meines Kaffeekonsums? Darauf, dass ich mir nicht den Mund verbrenne? Dass ich die Tasse nicht zerdeppere? Die Gassirunde mit meinem Hund nicht vergesse vor lauter kaffeebeflügelter Arbeitsamkeit?), da verschäumt er schon. Der kleine Engel.


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Tomatig-schöne Schokoladen-Tage

„Das ist die definitiv aller-aller-allerletzte halbe Tomate!“
Ich betrachte das kleine Ding. Und mir ist ziemlich zum Heulen.

„Ach komm!“
Die beste Hälfte aller Zeiten schaut mir über die Schulter.„Stimmt gar nicht! Es gibt sie im Supermarkt. Und sogar im Bioladen, wenn du willst. Immer!“

Warum versteht er es nicht? Kann er denn nicht sehen, was ich sehe? Tomatenwunder an der Hauswand.
Vorfreude pur.

Auf (fast) endlos viele tomatig-schöne Tage!

Hat er das etwa schon vergessen?

Und jetzt? Jetzt ist diese wunderschönste Tomatenzeit vorbei.
Die aller-aller-aller-allerletzte ihrer Art, mühsam nachgereift auf der Fensterbank, liegt jetzt zerstückelt und verletzt vor meinen Augen auf dem doofen Küchenbrett.

„ES IST DIE LETZTE!“, rufe ich aus. Und die Verzweiflung zittert in meiner Stimme.

Weil: Ich bin ja Schuld. Ich habe sie nicht verschont. Ich habe sie von der Fensterbank genommen und auf das Brett gelegt. Ich habe sie aufgeschnitten und die Hälfte von ihr (der aller-aller-aller-aller-letzten Tomate aus dem Garten!) gierig einfach in den Mund gesteckt.
Hmpf. Weg. Unwiederbringlich.
Grausamer halber Tomatentod!

Die halbe Tomate liegt gerade noch da. Ganz verletzlich sieht sie aus und zart – und auch ein bisschen blässlich – und dann: Dann ist sie auf einmal weg.

Wie der Blitz ist die Hand der besten Hälfte, die ich je hatte, aus dem Hinterhalt nach vorne geschossen, hat die aller-aller-aller-aller-letzte halbe Tomate gekrallt und …
Meine beste Hälfte mampft und verdreht die Augen.
„War eh nix mehr. Kein Geschmack. Unsere Fensterbank ist eben kein Gewächshaus!“

Und da, wo vorhin noch die fast-ganz-rote, aller-aller-aller-aller-letzte halbe Tomate war, steht jetzt wie von Geisterhand hingepflanzt – Ohh! Ahhh! Hurra! –
der aller-aller-aller-aller-erste ganz komplette Mini-Schokoladen-Weihnachtsmann.

„Passt eh viel besser zur Jahreszeit!“, sage ich nach ein paar Sekunden und lecke mir den Schokoladen-Mund.
Ich rechne blitzschnell: Noch ungefähr 32 Tage bis Weihnachten.

Vorfreude pur!
Auf mindestens 32 schokoladig-schöne Tage!

PS: Ein Foto vom allerersten Weihnachtsmann gibt’s leider nicht. Der Fotograf war einfach zu langsam. Sorry!