Der rote Sonnenschirm

Mein Guck auf's Ammerland und den Rest der Welt


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Wasser

Komisches Gefühl, wenn verschiedene, widerstrebende Eindrücke zugleich auf mich einstürmen. Beim Spaziergang gab es plötzlich Seen, wo noch nie welche waren und Bäche statt Asphalt. Der ferne Fluss toste bis zu mir herauf – und später hörte ich im Radio von Windhosen in Bayern.

Aber es gab auch die eine weiße Wolke, die wie leichte Seide das klitzkleine Stück Himmel verdeckte. Es gab weißen Dunst, der schüchtern am Waldrand ausgebreitet lag. Und den Vögeln wars sowieso piep-egal. Sie sangen und flogen als wär alles wie immer. Frühling? Oder noch immer Winter? 

Zwei Milane kreisen ruhig über mir und dem vielen Wasser und über dem Dunst. Ich beneide sie ein bisschen wegen ihrer wunderbaren Flugkünste und wegen ihres federleichten Überblicks. 

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Endlich geschnappt! 

Vor längerer Zeit bat mich mal eine Mitbloggerin um ein Foto von der Aussicht aufs Hörnle. Ich hab oft dran gedacht, aber immer zu spät – nie hatte ich bei der Hunderunde ein fotografierfähiges Dings dabei.

Aber jetzt: Schnappschuss!

Nur ein Handyfoto, sorry – aber immerhin mit Schnee drauf und ohne Regentropfen vor der Linse. Bin stolz auf mich – wenigstens ein kleines bisschen…


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Leckeres – gerade „erfunden“ 😊

Jahrelang gab’s das ganz klassisch: „Himmel und Erde mit Würstchen“. Es war ein Rezept meiner Großmutter und ich hab’s geliebt – und meine Kinder liebten es auch.

Doch weil ich immer weniger Fleisch esse – und seit einiger Zeit auch auf Glutenhaltiges verzichten muss, hab ich mir diese Variante grad ausgedacht.

Mehlig kochende Kartoffeln werden mit Äpfeln zusammen in wenig gesalzenem Wasser gekocht und anschließend zerstampft. Die Äpfel geben ja Saft ab- also bitte wirklich sparsam mit Wasser umgehen!

Ich gebe meistens noch Pastinaken zu der Kartoffeln-Äpfel-Mischung oder Karotten oder Süßkartoffeln (auch lecker!). Ich hab auch schon mal Topinambur versucht, aber das Ergebnis hat mich nicht so zufrieden gestellt. Der Topinamburgeschmack ging ziemlich unter..

Am Schluss kann man den Brei noch verfeinern mit wenig gutem Apfelessig oder mit ein bisschen „richtigem“ Apfelsaft (also bitte keinen gesüßten Nektar nehmen).

Für das „Gröstel“ habe ich Sojagranulat in Salzwasser kurz aufgekocht und nach dem Ziehen abgeschüttet, eine Zwiebel fein gewürfelt, Walnüsse, etwas eingelegte Chili (ohne Kerne) und getrocknete Tomaten klein gehackt.

Das alles ab in die Pfanne – in gutem Olivenöl sanft bei ständigem Wenden braten, bis die Zwiebeln glasig sind. Gewürzt hab ich mit Pfeffer und Meersalz, ein bisschen Paprika und – da mein Garten gestern noch unter Schnee schlummerte – mit getrockneten Kräutern.

Fertig! Supereinfach und seehr lecker!

Das war mein erster Versuch, ein Rezept zu posten. Mal schauen, wie ihr das so findet.. 🙂


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HättevielleichtseinkönnenOder?

 

aschekreuz

Asche auf unsere Häupter

„Stell dir mal vor, wie lustig das gewesen wäre!“
Der beste Ehemann von allen feixt und guckt durch mich durch. Seine Gedanken sind ganz und gar beschäftigt damit, dass er in seinem Augenkino sieht, wovon er eigentlich will, dass es in meinem Kopf stattfindet.
„Wir hätten wirklich jede Menge Papiertaschentücherpackungen – und Globuli getarnt als Liebesperlen – und – vielleicht ein Fieberthermometer? Was hättest du von einem Riesenfiebertherometer gehalten?“
„Hm – ja. Hätte sich gut gemacht“, pflichte ich bei, während sich in meinem Kopf ähnliche Bilder formen, vom Faschingszug durchs Dorf, bei dem wir diesmal nicht dabei waren.
„Wir hätten die Temperatur mit so einem roten Faden – du weißt schon – man zieht dran, und die Temperatur steigt langsam auf 40 Grad..“
Er lacht und seine Augen glänzen.
„Und dann hätten wir den Leuten ‚Vorsicht krank! Nicht küssen‘-Fähnchen geben können, und…“
Ich seufze.
„Ja. Das wär bestimmt klasse gewesen, so als Grippevirus durch die Welt zu gehen.“
Mein Kopf hängt ein bisschen. Ich löffle verdrossen mein Frühstücksmüsli.
„Und war da nicht auch der Ball – dieser Asterix-und-Obelix-Ball?“, erinnere ich mich, „Da hätten wir als Obelix und Falballa…“
Die Augen meines Besten weiten sich.
„Falballa????? – Ernsthaft??? Also, meine Liebe, beim besten Willen….“
– Jetzt bin ich beleidigt.
„Ach du verstehst das vollkommen falsch!“, sagt er ehrlich entrüstet. „Ich meine – du hättest eine tolle Falballa sein können, so- “, er guckt an mich herunter, „insgesamt und im Großen und Ganzen – wenn man hier und da noch ein bisschen nachgeholfen hätte!“
Er schaut intensiv und konzentriert. Mein Pegel steigt und steigt…
„Also zum Beispiel falsche -„
„Falsche – was???“ Meine Stimme soll ein Messer am Kletterseil sein: Noch ein Wort und du stürzt ab!
Mein Bester verschluckt sich prompt am Haferbrei. Oder an dem Apfel, den ich da reingeschnippelt habe. Oder an einer der Nüsse, die ich vorhin noch liebevoll in zwei Teile gehackt habe. – Haselnüsse!

„Falsche – ähm – falsche Zöpfe, meine ich, natürlich. Deine Haare – ich meine – Falballa!“
Ich lache nicht. Ich starre zurück. WEHE!
„Naja“, sagt er. „Mit falschen Zöpfen..“
Er kneift die Augen zusammen. Legt den Kopf schief.
„Und überhaupt —- Der Obelix wäre für mich ja auch – viel zu jung gewesen. Und und und – viel zu stark wäre er auch. Und ich könnte keine Hinkelsteine tragen. Und Wildschweine ermorden, eh nicht.“
Er guckt ein bisschen traurig.
Klar. Alle kleinen Jungen würden gern so stark sein wie Obelix, nehme ich an.
„Na gut“, sage ich und gucke auf die ziemlich kleine Rundung unter seinem Pulli.
„Obelix und Falballa wären ausgefallen.“

Ich überlege. Und der beste Ehemann, den ich je hatte, überlegt auch.
„Majestix!“
„Gutemine!“
Wie ein Wort kommt es aus uns beiden raus, absolut gleichzeitig und es klingt wie Gutemajemix“
Wir lachen.
„Das hätten wir wirklich machen sollen – Gutemine und Majestix! Das hätte so super sein können!!“
„Oder das Grippevirus. Oder am besten alles beides!“
„Hätte wirklich alles ganz toll gewesen sein können!“
Wir hätten eine ganz tolle Faschingszeit haben können, wenn wir… hätten…. und…. wären …. gekonnt haben dürfen….

Es ist Aschermittwoch – Asche auf unsere Häupter.