Der rote Sonnenschirm

Mein Guck auf's Ammerland und den Rest der Welt


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Urlaubsfahrt-Experten-Tipps

Ja müssen wir denn wirklich uns sagen lassen, wie wir uns in einem Stau verhalten sollen? Wie wir unterwegs die Muskeln entspannen, wie viel Pausen wir brauchen, wie wir die Fahrtroute planen und wie wir all den Stress vermeiden, der eine Urlaubsfahrt angeblich unvermeidbar mit sich bringt?
Urlaubszeit. Im Radio spricht eine Frau mit stiller Flüster-Stimme (stressfrei!) über das Reisen zur Reisezeit und wie und warum ich mich eingepfercht fühle muss und gefangen zwischen Tausenden Anderen, die auch irgendwohin wollen, ausgerechnet gleichzeitig mit mir. Die vorsichtige Anmerkung des Moderators, dass es doch auch wohl möglich sei, ganz gechillt im Stau zu stehen (man habe ja schließlich Ferien und hetzen müsse man wohl nicht), drückt sie die Luft ab. „Schön, wenn das geht. Aber..“ Und dann erklärt sie, dass uns das Ausgeliefertsein im Stau aggressiv macht und die Bewegungslosigkeit uns lähmt und ängstigt, die (natürlich) über uns gekommen ist wie ein Gottesurteil.
Vorbereiten müssen man sich deshalb. Vorsorgen mit Essen und Trinken und genügend Musik und vielleicht mit einem heiteren Hörbuch als Stau-Klaustro-Frust-Fresser.
Aha.
So ist das also.
Sogar auf der Fahrt in den Urlaub muss ich mich sorgen.
Muss mich rüsten und der Angst entgegen wirken. Der Angst vor den anderen Autofahrern, vor den Auspuffgasen, vor Regenschauern und zu viel Sonnenschein, vor Bäumen, die zu viel Schatten spenden oder vielleicht rutschige Blätter auf die Fahrbahn werfen, vor Tunneln sowieso und vor Dunkelheit und Helligkeit gleichermaßen, davor, zu früh oder zu spät losgefahren zu sein, vor Mückenschwärmen, die zum geöffneten Fenster hereinkommen könnten oder Fliegen oder gar – oh Gott – einer Wespe, die, angelockt durch das so notwendige Essen und Trinken im Wagen, eindringt in meine kleine Auto-Urlaubsfahrt-Welt. Ach, und überhaupt vor der ganzen Welt muss ich mich ängstigen, scheint sie zu sagen, die Frau im Radio.
Ist es wirklich das, was sie mir sagen muss?
Und: Muss ich wirklich ZUHÖREN?
KNACK!
Ruhe kehrt ein.
Werde immer einfach losfahren.
Die nächstgelegene Ausfahrt nehmen, wenn es sein muss.
Umwege nicht scheuen.
Und die Angst bei denen lassen, die sie verbreiten.

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3 Kommentare

Stolpern und Losgehen

Bin wieder mal hier herein gestolpert und mein Herz hat gerufen: Lauf mal wieder los über die Tastatur und schnüre Zeilen über die leeren Seiten!

Noch protestiert mein Kopf: Keine Zeit, keine Zeit!

Aber über die Bücher hinweg, in denen meine Gedanken festhängen, gehen die Finger ihren eigenen Weg. Mal sehen, wohin das führt.Weg