Der rote Sonnenschirm

Mein Guck auf's Ammerland und den Rest der Welt


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Polarlicht mag’s schottisch

Kein Polarlicht - nur ein bayerischer Morgen

Kein Polarlicht – nur ein bayerischer Morgen. Foto: Julius Mayer

Es hat uns gefoppt, das Polarlicht. Es hat sich nämlich, entgegen aller Vorhersagen, am Hohenpeißenberg diesmal doch nicht blicken lassen. Aber immerhin: Es gab Sterne. Jede Menge. Wunderschöne Runterblicke auf Peißenberg und Peiting und Co. Und jede Menge Polarlichtsucher, die sich wie wir die Nacht um die Ohren schlugen. Leises Gewisper rundherum, zitternde, schwach blinkende Lichter auf Kameradisplays, ab und zu ein klickender Auslöser. Zwei Mädchen wandern mit Decken und Isomatten durchs Dunkel auf der Suche nach einem Lager- und Schlafplatz, ein älteres Paar baut Campingstühle hinter dem Auto auf. Dort sitzen sie, in Decken gewickelt, und suchen den Himmel ab. Leider vom grünwabernden Schauspiel keine Spur. Gegen halb vier kommen drei junge Männer, flugs haben sie ihre Kamerastative neben die anderen gestellt. In Huglfing seien Sie gewesen, sagt der eine. Aber da sei auch nichts zu sehen gewesen. Der andere zückt sein Handy. Er hat da ein Polarlicht-Such-Programm drauf. Ein Blick, dann die Hiobsbotschaft: „Nordschottland!“

Dahin hat sich das wabernde Licht zurückgezogen. Vielleicht hat es mittags hier eine Stippvisite gemacht. Ganz heimlich und unsichtbar für uns Polarlichtjäger. Schade.

Es dämmert schon, wir machen uns auf den Heimweg. Da – ist da nicht vielleicht doch? Ein Hauch, ein winziger Schimmer wenigstens? Ein kleiner Polarlichtgruß aus dem Königreich?  Nein. Es ist der Silberstreif am Horizont. Der Morgen kündigt sich an und hat sein eigenes Lichterspektakel dabei. Auch schön!

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Ein Kommentar

Transformerschuhe

SchuheMit einem Ohr nur höre ich hin: Die Sonne scheint, ich sitze im Auto und das Radio spielt Musik.
Alles könnte wunderschön sein.
Dann plötzlich fällt das Stichwort; Schuhe!
Zwei Frauen unterhalten sich über das angebliche Frauen-Lieblingsthema, die eine von ihnen hat sogar ein Buch darüber geschrieben.
Wow! Ein Buch über Schuhe..
Ich stelle die Lautstärke höher und spitze die Ohren.
25 Paar Schuhe hat die deutsche Frau Im Durchschnitt, lerne ich da. Meistens mehr.
Waaas? 25?? Ich fange hektisch an zu zählen. Ich habe:
Die Bequemalltagsschuhe (Marke LIeblingstreter!) neu, die ich gerade anhabe.
Die Bequemalltagsschuhe(Marke LIeblingstreter!) alt und schon in die Jahre gekommen für die Hunderunde bei schönem Wetter.
Chucks, grau (zur Konfirmation meines Jüngsten angeschafft, der jetzt 21 ist. Sind aber wirklich noch tadellos in Schuss – könnte ich glatt mal wieder anziehen!)
Chucks, schon ein bisschen verschlissen, lila
Leichte Wanderschuhe (und zugleich Schlechtwetterhunderundeschuhe).
„Richtige“ Bergschuhe.
Sandalen (Marke bequem).
Sandalen (Marke verstaubt, weil unbequem).
Bunte Gute-Laune-Hausschuhe.
Hüttenschuhe (zählen die überhaupt?)
Terrassenschlappen.
Feste Schuhe für Gartenarbeit.
Barfußschuhe.
Skischuhe (im vergangenen Winter mal wieder zu Ehren gekommen – aber das ist eine andere Geschichte…)
Tangoschuhe (mulitfunktional und auch geeignet für festliche Anlässe, bei denen Chucks gar nicht gehen!)
Hochhackige Schwarze, vor ungefähr fünf Jahren in Lissabon gekauft, die nicht passen. (Ausgerechnet Lissabon!! Wer schon mal mit solchen Schuhen in Lissabon unterwegs war, weiß, warum ich sie nie mehr angezogen habe!)
Strich drunter: 16 Paar Schuhe sind das.
Eigentlich eine ganze Menge, denke ich. Wenn ich noch die Gummistiefel dazu rechne, könnte ich fast mitreden. Mich sogar ein bisschen fühlen wie eine normale Frau…
„Transformationspotential“ – das Wort knallt gegen mein Ohr. Was? Wie bitte? Schuhe haben – was?
Es gäbe kein anderes Kleidungsstück, das so sicher bewirken könne, dass frau sich schön fühle. Ein supertolles Outfit werde doch, und da waren sich die beiden Damen einig, durch nichts so sehr entstellt wie durch falsche Schuhe.
Andererseits brauche das Outfit gar nicht so toll sein – aber die Schuhe, die reißen es einfach heraus!
Fazit: Wahre Schönheit kommt von Schuhen .
Oder genauer: Schuhe verwandeln hässliche Entlein in weiße Schwäne.
Tolle Transformation, denke ich.
Aber dann – ein paar Augenblicke und Nachdenksekunden später kann ich das mit der Transformationspotenz nicht ganz so weit von mir weisen.
Warum?
Schon mal in den Spiegel geschaut, nachdem ihr mit drückenden, zu engen oder zu großen , blasenerzeugenden Bergschuhen einen Gipfel erstürmt habt?
Eben.
Schuhe sind Transformation pur!


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Eine Kuh wie Audrey Hepburn ;-)

Here she is: Die Eine, besonders Hübsche, Neugierige,..

Here she is: Die Eine, besonders Hübsche, Neugierige,..

Es ist ein Stück Wunderwelt, jeden Tag aufs Neue. Ich sitze am Schreibtisch und sehe hinaus – und manchmal warte ich schon auf sie. Sie strukturieren meinen Tag und nehmen so manches Text-Problem einfach unter ihre gemütlich schreitenden Hufe. Jeden Tag so um fünf nachmittags, bei Regen und Sonne, den ganzen Sommer lang. Sechzehn Stück sind es derzeit. Hellbraun einfarbig oder wunderschön gelblich und weiß gefleckt sind sie. Die jüngeren preschen voran, bedrängen sich gegenseitig, haben es trabend eilig, in den Stall zu kommen. Die älteren schreiten behäbig mit schaukelndem Euter und bedächtigem Blick.
Und dann gibt es die eine, besonders Hübsche, die mich an das Kinderbuch über die Abenteuer von Mama Muh erinnert. Sie schreitet nicht und sie trabt auch nicht. Sie geht nicht einfach so. Sie flaniert. Ja – ich glaube, wenn sie ein Handtäschchen tragen könnte, würde sie es kokett schwenken wie einst Audrey Hepburn. Sie hätte einen feschen Blumenhut und hohe Absätze und jedenfalls bunte Klamotten.
Aber sie ist halt einfach eine Kuh.
Dennoch: Sie ist die eine, die am Zaun stehen bleibt und sich noch schnell die besonders leckeren Grashalme einverleibt, die da am Rand unbeachtet vom Rasenmäher wachsen dürfen. Ich sehe, wie sie gelassen den großen Kopf senkt und mahlend futtert. Wie sie unbeeindruckt langsam sich wieder aufmacht, als der Jungbauer von hinten sich nähert und mit seinem Fahrrad ins Schlingern gerät, weil er langsamer nicht mehr fahren kann. Ein Stück weiter hinten dann schlägt sie noch einen Haken und nimmt im Vorbeigehen genüsslich eine Baumrinden-Schubbermassage mit, bevor sie in gebührendem Abstand zu den Kolleginnen endlich mit wiegenden Hüften im Stall verschwindet.
Ich hoffe sehr, der Billig-Milch-Wahnsinn, der dem Bauern die Stirn zerfurcht und ans Aufgeben denken lässt, wird durch ein Wunder bald enden.
Ich würde sie unsäglich vermissen, diese alltägliche Wunderwelt.

PS: Also Leute – morgen beim Kühlregal dran denken, gell?


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Der Weltraum – unendliche Weiten…

Das sind unglaubliche Bilder…

Freidenkerins Weblog

… Am 5. Januar dieses Jahres nahm die NASA das größte Foto aller Zeiten auf. Es hat 1,5 Milliarden Pixel und belegt einen Speicherplatz von 4,3 GigaByte. Die riesige Aufnahme zeigt die Andromeda-Galaxie. Ein jeder der zumeist winzig kleinen Lichtpunkte ist ein Stern. Und wenn nur jeder zehnte dieser schier unzählbaren Sonnen ein Planetensystem hat, und davon wiederum nur jedes zehnte die Voraussetzungen hat, um Leben entstehen und sich entfalten zu lassen, dann „wimmelt“ allein diese Galaxie vor Lebewesen – mit Sicherheit auch intelligenten…

… Wie heisst es doch so schön in „Contact“, einem meiner Lieblingsfilme: „Gibt es Leben im Weltall?“ – „Ja, aber sicher. Das wäre doch sonst eine riesige Platzverschwendung.“…

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Mein Neuer

DER Hut (und ich)

DER Hut (und ich)

Der neue Hut kam so angeflogen bei den Steingadener Blütentagen  – die übrigens superschön waren. Eine Explosion zum Sehen, Riechen, Fühlen. Pflanzen und Kunst und Krimskrams. Und mittendrin Waffeln, Würstchen, Kuchen und ein Kaffeemobil. Einfach klasse.
Aber der Hut.
Er ist mir begegnet regelrecht. Ein flottes kleines Ding. Dachte eigentlich an Altersentsprechendes: So was Wagenradrundes. Impressionistisch-verspielt, mit Romantik-Touch und Flatterband. Letzteres, so dachte ich, kann wunderschön im Wind hinter mir her fusseln. Da schauen dann die Leute hin und hängen ihren Träumen nach.
Doch es kam anders. Der Hut war einfach da. Keine drei Minuten hat’s gedauert, und wir hatten uns gefunden. Zack!
Kein wallendes Band, kein Romantik-Rad. Der Hut ist klein und fein. Und jetzt mein. 🙂


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Liebster Award

Liebster-Blog-Award

Liebster-Award

Von Marion maribey, der Erfinderin des wunderschönen „Findesatz“-Blogs habe ich ihn bekommen – den „liebster-Award“. Vielen Dank dafür! Ich freue mich sehr über die Auszeichnung. Und natürliche gebe ich den Award gerne weiter, so wie es sein soll. Beim „liebster-Award“ geht es darum, ein wenig über sich zu erzählen und Blogs bekannter zu machen.

Hier sind die Regeln:

• Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat
• Beantworte die dir gestellten Fragen
• Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die du nominierst
• Nominiere 5-11 Blogs, die weniger als 300 Follower haben
• Informiere die Blogger über einen Kommentar, dass du sie nominiert hast.

So, und jetzt geht’s los. Hier sind die Fragen, die Marion mir gestellt hat:

1. Was liegt im Moment direkt neben dir?

Neben vielen anderen Dingen liegen drei Jonglierbälle auf meinem Schreibtisch. Weil das Leben auch öfter mehr oder weniger gekonnte Jonglage von mir verlangt, übe ich gerne ab und zu ein bisschen…
2. Welches Lied hast du als Letztes gehört?
Zuletzt hörte ich heute in aller Frühe das Gezwitscher der Spatzen draußen. Und gestern Abend habe ich wieder mal über Herbie Hancock gestaunt: Die Joni Letters.

3. Welches Buch liest du gerade?

Ähm – ich geb’s zu: Momentan lese ich mal wieder parallel: „Prozesse“ von Uwe Nettelbeck und Teju Cole: Jeder Tag gehört dem Dieb. Hieraus der dritte Satz auf Seite 10: „Die meisten der Anwesenden lassen sich einer der folgenden Kategorien zuordnen: eingebürgerte US-Amerikaner, Personen mit nigerianischer und amerikanischer Staatsbürgerschaft, und Nigerianer, die ihre amerikanischen Kinder zum ersten Mal mit in die Heimat nehmen.“

4. Was machst du mit Begeisterung?

In der Natur sein, schauen, riechen, schmecken, fühlen, was da so um mich ist. Und schreiben. Achja, und lesen natürlich. Klar: Den Kühen zuschauen, wenn sie an meinem Zaun vorbei marschieren. Auch noch: Den Hund streicheln. Ohja: Lieben. NIcht zu vergessen: Tanzen und Musik hören. Gärtnern. Frühstücken. Schwimmen. Wandern.
Ich glaube, ich kann das alles auf einen einzigen Nenner bringen: Leben begeistert mich einfach!

5. Welches Geräusch hörst du gerne?

Lachen. Und auch besonders gerne unter allem anderen höre ich: Die Rufe des Milans, der hier ab und zu seine Kreise zieht.

6. Was riechst du gerne?

Frisch aufgebrühten Kaffee. Und den Duft der ersten Rose im Jahr.

7. Welche drei Dinge kannst du besonders gut?

Hm, das ist sehr schwierig. Ich hoffe, dass ich gut zuhören kann. Und auf die Zwischentöne lauschen. Vielleicht kann ich gut schreiben? (Das wär’ schön!) Ganz bestimmt kann ich gut Rote-Beete-Salat machen!
8. Ist das Glas halbvoll oder halbleer?

Welches Glas?

9. Welche zwei Komplimente hörst du häufig?

„Die weißen Haare stehen dir super!“
„Der Rote-Beete-Salat schmeckt sensationell!“

10.Was hast du heute Schönes erlebt?

Ich bin aufgewacht und habe festgestellt, dass noch alles an mir dran ist. Die Sonne ging gerade auf. Draußen zwitscherten die Vögel und in der Ferne hörte ich ein paar Kuhglocken. Ansonsten war alles noch still. Mein Hund schnaufte im Schlaf. Nach dem Aufstehen traf ich meine beste Hälfte. Er erzählte begeistert von etwas, das er gerade machte. Ich ging in mein Arbeitszimmer und startete den Computer. – Soll ich weiter erzählen? :-)
Wir selber machen doch mit unserer eigenen Bewertung das, was wir erleben schön, oder nicht?

11. Ich werde nun gleich schwimmen gehen.
Und hier sind nun meine 11 Fragen an euch:

1.Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Blog zu schreiben?
2.Was war in der Schule dein Lieblingsfach?
3.Welches Buch, das du als Kind gelesen hast, ist dir besonders in Erinnerung geblieben
4.Erzählst du mir, warum?
5.Was tust du, wenn du dir selbst etwas Gutes gönnst?
6.Worüber ärgerst du dich?
7.Was siehst du, wenn du aus dem Fenster schaust?
8.Welches ist der schönste erste Satz in einem Roman, den du bisher gelesen hast?
9.Wie motivierst du dich?
11.Was gefällt dir an dir selbst besonders?
12.Vollende den Satz: Rote Grütze ist…

Und jetzt möchte ich euch nominieren:

wildgans.wordpress.com
emily221.wordpress.com
susannehaun.com
sofasophia.wordpress.com
wederwill.wordpress.com
buchstabenwiese.wordpress.com
ankemueller.wordpress.com

Viel Spaß euch allen!