Der rote Sonnenschirm

Mein Guck auf's Ammerland und den Rest der Welt

Romantiksahnehäppchen

7 Kommentare

Rosa Romantik

Rosa Romantik

„Rosa Himmel“, sage ich und lasse das Wichtigste weg.
Dass ein weißes Sahnehäubchen schön wär, ein klitzekleines romantisches fluffig-süßes Wort. Von meiner allerbesten Hälfte. Zu mir. Wegen des Romantik-Kitsch-Himmels. Und als Frühmorgenbonbon.
Aber meine beste Hälfte schweigt erstmal. Hat den Kopf in den Nacken gelegt und schaut den rosaroten Himmel an.
„Wahnsinn!“
Ich warte. Lehne mich schon mal ein bisschen gegen seinen Arm.
Meine beste Hälfte seufzt tief.
„Wenn man mehr Zeit hätte und nicht gleich immer der Bürotag—“
Ich höre meinen Herz hüpfen. Durch die dicke Winterjacke hindurch.
„Ja?“, hauche ich hoffnungsfroh. Schaue versonnen den schraffierten Wolkenpfeil über mir an, der da so schön rosa ins Firmament ragt. Wenn das kein Bild ist!
Warte auf das eine oder andere Sahnehäubchenzauberwort, das jetzt genau richtig wäre. Das die Liebe zum Fließen brächte oder was auch immer sonst. Ich sehe uns schon die Arme umeinander legen, uns lange ansehen –
„Dann könnte ich dir jetzt genau sagen, ob das da“, er zeigt mit dem Finger auf den Zauberpfeil, „ob das da jetzt ein Cirrocumulus oder ein Altostratus oder vielleicht nur ein kleiner federleichter Cirrus ist.“
Schon wieder seufzt er tief. Allmählich verblasst das Rosa, die Wolke zerfedert und franst.
„Wusstest du, dass die rötliche Färbung daher kommt, dass bei niedrigem Sonnenstand der Weg des Lichts durch die Erdatmosphäre einfach länger ist? Da werden die hochfrequenten Blautöne seitlich weggestreut, das Rotspektrum bleibt übrig. Ich finde das wahnsinnig interessant! Siehst du? Die Sonne zeigt sich allmählich da hinten am Horizont und die Färbung lässt immer mehr nach und – “
Er fuchtelt mit den Armen herum – und stockt, als er mir endlich ins Gesicht sieht.
„Geht’s dir gut? Du siehst so – keine Ahnung – so blass aus. So als wäre dir schlecht. Oder hast du vielleicht Hunger? Komm’, lass uns gehen. Ich hole Semmeln zum Frühstück, ja?“
Er legt fürsorglich den Arm um mich, geht langsam und bedächtig mit mir zurück nach Hause. Als ob ich krank wäre. Naja, bin ich ja auch. Ein bisschen, in gewissem Sinne.

Als er mit den Brötchen zurück kommt, hat er eine Überraschung dabei. Stellt sie auf einem Teller vor mich hin.
„Liebeskrapfen“, sagt er und schmunzelt. „Rosarotes Herz. Für dich, mein Schatz!.“

Liebeskrapfen

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7 Kommentare zu “Romantiksahnehäppchen

  1. Hach, schön. 🙂

    Liebe Grüße,
    Martina

  2. Hüpfende Herzen sind was feines
    und
    Liebeskrapfen auch 🙂

  3. Ohhh, mir wird es ganz warm ums Herz ♥

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