Der rote Sonnenschirm

Mein Guck auf's Ammerland und den Rest der Welt


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*Klick* Foto des Tages

2015 - Ich komme!!

2015 – Ich kommmmeeee !!

Das ist er: Mein Weg ins Jahr 2015!

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*KLICK* – Foto des Tages

Schattenlinien

Ein bisschen mit Licht und Schatten gespielt und Hand und Geist losgelassen. – KLICK –. Herausgekommen ist vielleicht das Innerste, sichtbar gemacht. Der feste Punkt im Bauch, der aber so fest nicht ist – der das Strömen des Flusses in sich hat und wieder Schatten wirft wie er will. Oder ist es einfach ein Stein, der unten und oben umgeben ist von raffiniertem Linienspiel? Oder was sonst?


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Die magische Schublade

Alles fügt sich

Seit der rote Sonnenschirm umgezogen ist, ist es ja jetzt schon geraume Zeit her. Alles wurde ganz schnell so, wie es sein soll. Der rote Sonnenschirm fand seinen Platz. Und ich auch. Mir kommt es noch immer so vor, als ob der Platz eigentlich endlich mich gefunden hat. Schön, nicht wahr?

Alles fügt sich so wunderbar in – und unter- und übereinander.
Auch die magische Schublade.
Genauer: Die magische mittlere Schublade.
Sie befindet sich in meiner Küche. Links neben dem Kühlschrank und rechts nicht weit weg vom Herd.
In ihr ruhen wichtige Dinge. Mehl. Nudeln. Nüsse. Reis. Spaghetti. Backpulver und Trockenhefe. Hirse. Linsen in der Tüte. Eine kleine Dose Ravioli für alle Fälle (Haltbarkeitsdatum leider abgelaufen). Zucker von braun bis strahlend weiß. Sesam in einer Box. Backferment. Ein paar einzelne Penne, die sich aus der Tüte davongemacht haben und manches mehr.
Immer, wenn ich eifrig koche und irgendwas aus der Schublade brauche, greife ich zu. Gedankenlos. Weil, ich weiß ja, wo was drin ist und was genau drin ist so ungefähr auch.
Ich ziehe am waagrechten, silbernen Griff mit der Linken, um mit der Rechten schon hineinzutauchen und zuzupacken.
Und?
Klar – Die magische Schublade wäre eine ganz stinknormale, wenn alles wäre, wie erwartet.
Weil sie aber nicht stinknormal sondern magisch ist, sehe ich statt der Nudeln eine Küchenwaage, die auf Schneidbrettern thront, statt Backpulver und Mehl mehrere Mess- und Rührbecher, ordentlich nach der Größe ineinander gestapelt und ein kleines Sieb, das noch leise hin- und her schaukelt von der Wucht, mit der ich gezogen habe. Nicht zu vergessen, den Messerschärfer, der aussieht wie der Ausleger von einem Starwarsraumgleiter, und den ich ganz sicher deswegen so mag. – Aber natürlich ist das eine ganz andere Geschichte.
Broawaaaaiihhh“ , so ähnlich muss sich das Geräusch anhören, das ich von mir gebe.
Meine beste Hälfte guckt. Irritiert erst. Dann milde.
„Falsche Schublade!“, ruft er heiter. „Du hast die untere…“
Heiter ist er, weil er schon wieder alles weiß.
Über mich. Und über die Schubladenmagie auch.
Und das ist gut so. Ist schließlich meine beste Hälfte.
Es folgt wie immer mein leise gestöhntes „Achja“. Dann tupfe ich mit der Hand an meine Stirn und schüttele leicht über mich selbst lächelnd den Kopf: „Klar!“
Schiebe die untere, weil die falsche, Schublade zu, packe den Griff der mittleren – und voilà! Das Mehl. Die Nudeln. Oder was auch sonst ich gerade brauche.
Meine beste Hälfte lächelt auch. Mich an. Immer. Und immer wieder.
Alles ist super.
Alles ist gut.
Freundliche Harmonie zwischen zwei Hälften und eine unschuldige magische Schublade.
Wundervolles Leben!

Ja, das war es.
Doch seit ein paar Tagen ist alles anders.
Alles ist falsch.
Ich meide die magische Schublade und alle anderen auch.
Denn: Vor ein paar Tagen geschah das Unfassbare, das das Falsche falsch machte und das Magische verhexte. Es passierte, als ich wie gewohnt die falsche, nicht-mittlere, nicht-magische Schublade, also die untere, aufzog und darin das Unfassbare fand: Reis. Nudeln. Nüsse. Hirse. Backpulver.
Es war ein Schock, ein Trauma, ich sehe seitdem über den Küchenboden wandernden Penne-Nudeln, über Schubladenränder hüpfende Linsen und rollende Reiskörner. Und in meiner Küche kreist ein Messerschärfer-Raumschiff, begleitet von einer Armada aus Schneidbretter-Satelliten.
Nichts mehr ist da, wo es hingehört. Ich verstehe nichts mehr. Alles verdreht, verzaubert, kein Platz an der richtigen Stelle. Womöglich auch kein Platz mehr für mich.
Aus der Speisekammer hole ich die letzten Kartoffeln – sie sind das einzige, was es seit Tagen zu essen gibt.
„Sag mal, machen wir gerade eine Kartoffeldiät, von der ich nichts weiß?“
Meine beste Hälfte schneidet mir den Weg und die miesen Gedanken ab.
Schlapp schüttele ich den Kopf.
„Magie!“, bringe ich schwach hervor. Doppelhexenzauber. Verwunschene Nudeln in verkehrten Schubladen!“
Meine beste Hälfte hört nicht auf mein verwirrtes Gestotter. Und bevor ich es verhindern kann, tänzelt er mitten hinein in die Schubladen-Gefahrenzone, er packt zu und macht eine auf. Es ist die nicht-magische. Die untere. Ich kann es gerade noch erkennen, bevor ich meine Augen bedecke und zu fliehen versuche.
Doch er ist bester Laune.
„Umgeräumt!“, triumphiert er. Seine Stimme klingt sofort nach messerscharfer magietötender Logik. „Damit endlich Schluss ist mit diesem Schubladen-Durcheinander!“ Er strahlt ahnungslos.
Ich höre mein eigenes Stöhnen.
Durcheinander?

Ich schüttele den Kopf und plötzlich zuckt eine Ahnung hell in mir auf. Leuchtet förmlich und zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht.
„Also gut, machen wir Nudeln“, sage ich.
Packe mutig und heiter den Griff und ziehe. Da sind sie, die Schüsseln und Bretter und das schaukelnde Sieb und das Messerschärfer-Raumschiff.
Die magische Schublade ist gar nicht gestorben, sie hat nur die Position gewechselt.
Ach, wunderbares Leben!


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Weihnachtsbaum – dieses Jahr keiner!

Ich lebe im Zwischenstadium.
Nie war mir das klarer, als zur Zeit. Wo alle von Weihnachten reden, wo Jinglebells-Beschallung und Glitzerschoko-Türme an den Kassen der Supermärkte Familienglück pur verheißen. Wo Kinder quengelnd ihr Recht auf Geschenke einfordern und Mütter gestresst im Werbewunderland durch den Alltag kurven.
Und ich? Kurve plötzlich nicht mehr mit.
Hab noch keinen Christbaumkugel- und Lametta-Check in der Kellerkiste gemacht.
Keine Plätzchen gebacken.
Nicht mal einen Kranz für vier Kerzen drauf gebunden, keine Baum- und Strauchverschönerung draußen angebracht.
Nur ein paar Strohsternchen an die Gardinen gepinnt und ein Kerzchen ins Fenster gestellt – gerade so viel Weihnachtsstimmung, wie ich will!
Höre ganz normale Lieblingsmusik und lese, was ich möchte.
Und einen Weihnachtsbaum? Den gibt es dieses Jahr nicht. Ganz bestimmt nicht. Nein!
Denn: Ich werde es genießen, dieses Zwischenstadium. Auskosten bis zum letzten Augenblick! Es ist der pure Luxus!
Ich lebe im wunderbaren Zustand zwischen Die-Kinder-wohnen-noch-zuhause und Ab-jetzt-Besuch-von-den-Enkeln.
Herrlich, oder?

Weihnachten im Fenster - und im Hintergrund eine Spur von Sommer

Weihnachten im Fenster – und im Hintergrund eine Spur von Sommer