Der rote Sonnenschirm

Mein Guck auf's Ammerland und den Rest der Welt

Ein ganzer Kerl von knapp 600 Jahren!

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ChristopherusGestern bin ich tatsächlich einem „richtigen Kerl“ begegnet. Ja! Mir hat er ausnehmend gut gefallen, obwohl er schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat: 580 sollen es ungefähr sein. Und gesehen habe ich ihn in der Kapelle St. Georg in Roggenstein bei Eichenau. Zum letzten Mal in diesem Jahr öffnete der Verein „Kapelle St. Georg Roggenstein e.V“ die alte Holztür an dem unscheinbaren Gotteshaus für Besucher.
Zugegeben: Die anderen gotischen Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert haben wirklich auch alle Bewunderung verdient, der Barockaltar thront beeindruckend in dem kleinen Kirchenraum – gar nicht zu reden von der schönen Girlandenbemalung der Holzdecke, den kleinen Skulpturen oder den frisch restaurierten Kreuzwegstationen.
Die kleine Kapelle auf dem Hügel hat es wirklich im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Aber – und das gebe ich hier einfach mal so zu: Der Star des Tages war für mich eben dieser Christopherus, der überlebensgroß neben die Tür mir förmlich entgegen sprang.
Wer da wohl vor beinahe 600 Jahren Modell gestanden hat? Zu gerne würde ich das wissen! Denn dieser Christopherus tritt einem so beschwingt entgegen, er strahlt so viel Energie und Tatendrang und Entschlossenheit aus, dass es mir ganz warm wird ums Herz. Gibt es irgendwas, das diesen Mannes aufhalten könnte? Ist eine Gefahr vorstellbar, mit der er nicht fertig werden würde? Drachen? Seeungeheuer? Fluten, Sturm und Regen? Phhh! Rein gar nIchts gibt es, was sich ihm in den Weg stellen könnte – was ihn davon abhalten würde, sein Ziel zu erreichen! Ein echter moderner Held also, dieser fast 600 Jahre alte Kerl! Alle Will Smiths und Hagrids und Vin Diesels und Daniel Craigs könnten vor Neid erblassen. Das Christuskind jedenfalls scheint meiner Meinung zu sein. Sehr gelassen und sicher und überhaupt nicht ängstlich sieht es aus, wie es da auf den Schultern des Mannes sitzt und sich an seinen wilden Haaren festkrallt.
Mir gefällt er, der Christopherus mit dem durchdringenden Blick. Und: Angst vor dem, was mir an Alltäglich-Ärgerlichem, Nervigem, Blödem, Unangenehmen in dieser Woche begegnen könnte?
Herbstblues?
Durchhänger?
– NÖ!

Nachtrag: Die Kapelle ist erst wieder im Frühling 2014 zu besichtigen. Sie ist wirklich einen Besuch wert – und nicht nur wegen des Christopherus! Nähere Informationen gibt es hier:
Kapelle St. Georg in Roggenstein

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