Der rote Sonnenschirm

Mein Guck auf's Ammerland und den Rest der Welt


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Nachtrag

Dicker Schnupfen günstig abzugeben

Dicker Schnupfen günstig abzugeben

Ich bitte nochmal eindringlich denjenigen, der gestern mein kleines Halsweh mitgenommen hat, sich zu melden. Leider hat er nämlich hier was vergessen und ich wäre durchaus sehr gerne bereit, es gegen das kleine Halsweh wieder einzutauschen.
Es ist ja auch, gelinde gesagt, ganz schön dreist, einen dicken Schnupfen samt Matschkopf und roter Nase dazulassen und sich mit MEINEM kleinen Halsweh vom Acker zu machen, oder nicht? Also bittesehr! Stellen Sie sich! Für Ihre Ehrlichkeit biete ich auch was: Verschwiegenheit! Und heißen Tee. Gegebenenfalls sogar ein Päckchen Taschentücher.
Und, wenn Sie nett danach fragen, sogar ein Stück vom Ingwer!


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Suchmeldung

Vor Ingwer geflohen?

Vor Ingwer geflohen?

Haben Sie vielleicht mein Halsweh gesehen? Es ist mir abhanden gekommen, gestern in der S-Bahn oder heute früh im Supermarkt. Ich nehme an, es ist leicht rötlich gefärbt, aber ganz sicher hat es eine raue, unangenehm kratzige Oberfläche. Mein Halsweh liebt kalten Wind und Sauwetter und auch den schnellen Wechsel von warm und kalt. Und es hasst Schals und Rollis. Und heißen Tee mit Honig. Und Ingwer – ja, den vor allem. Der Witz ist, dass ich mein Halsweh eigentlich gar nicht vermisse. Es hat mir genug Pein verursacht!Und eigentlich, wenn ich ehrlich bin, könnte ich froh sein, wenn es dort wäre, wo der Pfeffer wächst! Obwohl – die Vorstellung einer Begegnung meines Halswehs mit Pfeffer treibt mir nun auch schon wieder die Tränen in die Augen.
Aber was soll ich machen? Es ist nun mal MEIN Halsweh. Basta. Und es ist ein sehr befremdliches Gefühl, dass MEIN Halsweh nun bei irgendeinem Unbekannten wohnt und dort sein Unwesen treibt. Das wäre, als würde plötzlich MEINE Falte zwischen den Augenbrauen auf dem Gesicht meines Gegenübers erscheinen. Als würden MEINE  Speckpölsterchen sich an den Hüften der Nachbarin anlagern. Oder als käme MEINE Stimme aus dem Mund – zum Beispiel von Frau Merkel! Oder stellen Sie sich vor, MEINE Liebe für meinen Allerliebsten würde plötzlich IHR Herz bewegen (Ich warne Sie!) – oder die Worte, die ich hier gerade schreibe, würden zu einer anderen Bloggerin wandern und ich würde mitten im Satz….

Nein. Keine Angst. Meine Wörter sind noch da. Hier bei mir. Genau wie meine Stirnfalte, meine Pölsterchen, meine Stimme – und Gottseidank meine Liebe.
Nur mein Halsweh ist und bleibt verschwunden. Sollten Sie es gesehen haben und Sie sind sicher, dass es auch meins ist, dann melden Sie sich bitte, ja?


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Botschaften eines Rindenritzers

Baum mit Botschaft

Baum mit Botschaft

Ein Zufallsfund beim Spaziergang im Wald bei Längenmoos: Hurra, ein schöner Baum! Grund genug für mich, ein paar Schritte vom Weg abzuweichen und mich unter das Blätterdach zu stellen. Einfach weil‘s schön ist. Und dann? Ich habe meinen Kopf ziemlich weit in den Nacken gelegt und entdecke: Da steht was, da sind große Buchstaben und Zahlen in die Rinde geritzt. 1974, 22. Juni, BRD – DDR 0 : 1, und noch ein paar Zeichen, die ich nicht zuordnen kann.
Nach einigem Nachdenken wird klar: Es geht um die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland. Die Mannschaft der DDR besiegte die deutsche Nationalelf in der Vorrunde mit 1 : 0. Das Tor schoss Jürgen Sparwasser in der zweiten Halbzeit, um die 77. Minute herum. (Die Quellen sind hier undeutlich: Während man auf Wikipedia nachlesen kann, es sei in der 77. Minute geschehen, spricht das DDR-Fernsehen in der Live-Übertragung des Spiels von der 78. Minute, andere Quellen geben auch die 79. Minute an.)
Irgendjemanden wird‘s wohl damals im Wald gefreut haben. So sehr, dass er den Sieg der DDR-Mannschaft im Wortsinne ,verewigt‘ hat: Große Lettern, deutliche Schrift.
Oder wollte hier jemand seinem Ärger über das schlechte Abschneiden der bundesdeutschen Mannschaft Luft machen? – Ich glaube das nicht. Denn Botschaften in Baumrinden – sind das nicht eigentlich immer Botschaften der Freude und vor allem der Liebe, die mindestens die Ewigkeit überdauern sollen?
Für mich ist die Rinden-Inschrift jedenfalls Grund genug, mich über das Fußballereignis schlau zu machen. 74? Da war ich 15 Jahre alt und hatte andere Sachen im Kopf als Fußball! Ich erinnere mich, dass es der Sommer war, bei dem ich mit anderen Jugendlichen meines Jahrgangs in meiner Bodensee-Heimat auf den See hinausfahren durfte, um den „Seehas“ zum Start des gleichnamigen Festes einzuholen. Und dass wir – just an dem Tag, an dem das Endspiel Deutschland – Niederlande stattfand, beim Festumzug auf einem Wagen mitfuhren. Bis der Umzug vorbei und wir mit allen Aufräumarbeiten fertig waren, hatte das Spiel schon begonnen. Ich erinnere mich, dass ich durch leergefegte Straßen nach Hause gegangen bin und in ein Wohnzimmer kam, in der alle Familienmitglieder mit roten Köpfen vor dem Fernseher saßen, weil es nach zwei Elfmetern gerade eins zu eins stand.
Über das Vorrundenspiel, an das ich keine Erinnerungen habe, finde ich Erstaunliches. Dass dieses Spiel die einzige Begegnung der beiden deutschen Nationalmannschaften überhaupt war. Oder: Dass der „Kaiser“ Franz Beckenbauer schon damals gerne regiert hat: Denn obwohl „nur“ Spieler-Kapitän, hat er seinem Trainer Helmut Schön nach dieser Niederlage ganz schön ins Handwerk gepfuscht – und immerhin das Ruder noch herumgerissen. Denn Deutschland wurde bekanntermaßen ja doch noch Weltmeister im eigenen Land.
Der Torschütze Jürgen Sparwasser wurde in der DDR als Held gefeiert – aber nur so lange, bis er 1988 in die Bundesrepublik floh. In den Annalen der DDR tauchte er ab diesem Zeitpunkt nicht mehr auf. Sein Trikot von damals ist übrigens heute im Bonner Haus der Geschichte zu sehen.
Apropos Trikot: Die Spieler durften ihre Trikots nach dem Spiel nicht öffentlich tauschen. So viel Nähe und Verbrüderung wollten DDR-Funktionäre wohl nicht zulassen. Ich habe gelesen, dass der Tausch aber doch noch stattfand: In der Kabine, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das hat was, finde ich – es ist fast ein Akt der heimlichen Revolte.
Achja: Die „Fans“ aus der DDR, die damals im Hamburger Stadion in einem Block fahnenschwenkend saßen und mit dem Schlachtruf „ – Acht – Neun – Zehn – Klasse!“ ihre Spieler anfeuerten, waren keine normalen Bürger des Arbeiter- und Bauernstaates. Es waren sorgfältig ausgesuchte Funktionäre und mehrere hundert als Fans verkleidete Stasi-Leute, die in Sonderzügen zur „Aktion Leder“ in Hamburg anreisten. Leider ist die Geschichte von einem von ihnen, dem Stasi-Offizier Werner Teske, weitgehend vergessen. Weil er später Zweifel an Lehre und Feindbildern der SED-Ideologie bekam und vorhatte, nach Österreich zu fliehen, wurde er 1980 verhaftet, zum Tod verurteilt und am 26. Juni 1981 erschossen.
Puhh! So viele Geschichten! Und welche verbergen sich wohl noch hinter der Rindenritzerei, die mir mal wieder so zufällig ,über den Weg gelaufen‘ ist? Wenn ich noch was darüber rauskriege, werde ich darüber berichten. Versprochen!

Alle Infos habe ich aus dem Netz aus verschiedenen Artikeln herausgesucht. Die Geschichte des Spions kann man hier nachlesen: http://www.faz.net/themenarchiv/2.1084/deutschland-und-die-wm/wm-1974-die-stasi-und-der-fussball-1332249.html 


Ein Kommentar

Urlaub vorbei – Sommer weg!

So schön bunt ist der "Restsommer"

So schön bunt ist der „Restsommer“

Der Sommer ist vorbei. Ist der Sommer vorbei?

Ja. Und er hat mir den Abschied nicht leicht gemacht: Gerade noch Urlaub, gerade noch schwitzen beim Bergwandern, gerade noch Eiscafé. Und jetzt das: Pulli, Jacke, Gummistiefel. Und: Schal – !
Was hilft gegen den Blues? Klar: Rausgehen. Warmspazieren. Wohligsehen am noch reichlich vorhandenen Grün, nur hier und da betupft von ein bisschen Gelb und Rot. Die Blätter flöten auf den Abschied vom Sommer, sozusagen. Ist ja auch schön, oder?

Und ich? Sammle den Rest vom Sommer ganz schnell mal ein. Bevor der Herbst kommt. Bevor alles sich verändert in meinem Minigarten. Neue Farben und Formen sich breit machen. Bin schon dolle gespannt darauf!


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Sie ist da – und ich bin drin!

Hurra! Es ist da!

Hurra! Es ist da!

Endlich ist sie da und ich bin sogar drin!
Die Anthologie „Berauscht und Besessen“, erschienen beim muc-Verlag, ist nun gedruckt und fix und fertig. Und am kommenden Samstag, 14.09.2013, 20 Uhr, wird das Buch im Giesinger Bahnhof vorgestellt.
Natürlich gibt’s da vor allem eins: Geschichten zum Schmunzeln, Gruseln und Nachdenken. Dazu noch schöne Musik und  eine kleine Ausstellung der Illustratorinnen. Herausgegeben wird die Anthologie übrigens vom Münchner Realtraum e.V.
Neugierig? Dann los: Termin im Kalender eintragen und am nächsten Samstag rechtzeitig auf den Weg machen! Ich jedenfalls freu mich schon drauf! RIESIG!!

Samstag, 14.09. 20 Uhr,
Kulturzentrum Giesinger Bahnhof
Giesinger Bahnhofplatz 1, 81539 München
Eintritt: 7 €