Der rote Sonnenschirm

Mein Guck auf's Ammerland und den Rest der Welt


10 Kommentare

Nachtrag…

…zur Mückengeschichte:

Eine sehr gute Freundin fand folgenden Beitrag zum Thema Mückenabwehr:

https://www.facebook.com/pages/Zeit-für-Lösungen/208848799166094

Wer nicht herumklicken mag  – hier  ist das Rezept.

Zutaten:
1/2 Liter Alkohol
100 Gramm ganze Nelken
100 ml Babyöl oder ähnliches (Mandel-, Sesam-, Kamille, Lavendel, Fenchel usw.)

Zubereitung:
Nelken in Alkohol 4 Tage ziehen lassen, jeden Morgen und jeden Abend umrühren. Nach vier Tagen gibt man das Öl in die Nelken-Öl-Mischung. Fertig.

Ganz ehrlich – ich hab’s nicht ausprobiert (und auch sonst niemand, den ich kenne). Bin aber gespannt auf eure Erfahrungsberichte!

Wer noch andere Patentrezepte gegen die blöden Plagegeister kennt: Keine Scheu! Her damit!

Advertisements


Hinterlasse einen Kommentar

Nach dem Regen

Es gibt Spaziergänge und Spaziergänge. Heute morgen so gegen halb sieben, zum Beispiel, da war der Himmel so hellblau und voller Lerchengesang, dass es gar nichts anderes gab, als drauflos zu stapfen. Mit großen Schritten vorwärts. Dem Tag entgegen.

Licht im Dunkelwald

Licht im Dunkelwald

Gestern dagegen, so ziemlich genau zwölf Stunden zuvor, da war es eher ein Tappen und Schlendern, ein langsames Gehen. Weil endlich – die Sonne durchbrach. Weil der Dunkelwald bei Schöngeising plötzlich so hell strahlte. Weil die niedrig stehende Sonne sich in Millionen Wassertropfen brach und die Helligkeit zum Gleißen und Glimmen brachte. Wow! Was für eine Sommerpracht! Wie viele Sorten Grün!

Eichhörnchens Schatz

Eichhörnchens Schatz

Wie viele Sorten Schatten – lang und dünn und schwer wie eine Decke, grau und dunkelbläulich und nachtschwarz.

Und darin verborgen – ein kleiner Schatz.

Wolkenbilder

Wolkenbilder

Jetzt ist es Mittag.

Der Wind treibt Wolken übers Land, Feen und Ungeheuer, Schleier und kleine Spinnen und Käfer, Vögel und Walrosse.

Spaziergängers  Wunderland.


2 Kommentare

Not des Pampa-Pinklers

Plagegeister nicht nur für Pampa-Pinkler! Foto: Peashooter  / pixelio.de

Plagegeister nicht nur für Pampa-Pinkler!
Foto: Peashooter / pixelio.de

„Entschuldigung, ich muss mal eben!“

Dieser Satz – richtig geraten! – wird besonders häufig von Männern ausgesprochen. Vornehmlich von allerbesten Männern in den allerbesten Jahren. Mittendrin im Sonntagspaziergang.

Alles war also wie immer. Pampa-Pinkel-Pause. Ich zuckte die Schultern und ging weiter.

Ganz ehrlich: Nach jahrzehntelangem Zusammenleben mit einem allerbesten Mann im allerbesten Alter (*smile*) bin ich abgehärtet. Wundere mich nicht mehr oder wenigstens nur noch ganz wenig. Der Rest der beim Spaziergang anwesenden Familie (diesmal bestehend aus dem Boxer-Rüden Carlo) hat sowieso kein Problem damit. Nach allem, was ich über Rüden so weiß, ist für ihn das Pampa-Pinkeln vielleicht sogar die wichtigste Sache der Welt. Wenigstens die zweit-wichtigste. Oder so.

Diesmal aber – diesmal war alles ganz anders. GANZ anders!

Denn kaum hatte ich nach der Ankündigung (»Entschuldigung, ich muss mal eben!«) die ersten ein, zwei Schritte gemacht, schon kündigte sich das Unheil an:

Schreie. Trompetenartig. Aus tiefstem Bauch.
»OOOOOCCCCHH ! Das darf doch nicht…… NEEEIINNN!«

Was war da bloss -?
Nach zwei weiteren Schritten ahnte ich es. Da war er wieder neben mir. Um sich schlagend. Immer noch fluchend.

»Na?«, sage ich. (Vorsicht ist die Mutter jeder gewaltfreien Beziehung!)
»Was daneben gegangen?« (s.o.)

Es brach förmlich aus ihm heraus. Verzweiflung. Pures Grauen vor dem Fluch aller Pampa-Pinkler der Welt:
»Blutsauger, Mini-Vampire, M-Ü-C-K-E-NNNNNNNNN…. Hunderttausende, Milliarden, Quatrillionen!«

Im Spiegel seiner geweiteten Pupillen sah ich gewitterwolkengroße Schwärme von kleinen schwarzen Plagegeistern, die ihn gestört, unterbrochen, gepiesackt, hinterrücks im Gebüsch überfallen, beinahe umgebracht, jedenfalls empfindlich an den empfindlichsten Stellen malträtiert hatten – und das während oder am Beginn der zweitwichtigsten Sache der Welt.

Schrecklich, dachte ich. Wirklich schrecklich! Armer allerbester Mann im allerbesten Alter.

»Und?« Ich versuchte ein Lächeln. Aufmunternd, versteht sich. Nein, KEIN bisschen schadenfroh!
»Halb eben – zwischen zu viel Stich und zu viel Druck!«

Dann war nur noch Prusten und Lachen und Kichern zu hören im Wald.
Und die Mücken?  -Welche Mücken?!


Hinterlasse einen Kommentar

Blattlauskacke nochmal!

Für heute verschont! Foto: ba

Für heute verschont!
Foto: ba

Ob Rosen schimpfen und fluchen können? Ach, Sie meinen, diese Frage stellt sich nicht? Ist ganz und gar nutzlos? Weil Rosen nicht zu schimpfen brauchen? Weil sie immer nur schön sind und zart und weil sie höchstens mal sanft mit den Köpfen nicken, wenn der Wind daherkommt und ein bisschen Fangerle spielt? Und weil sie sonst keine Sorgen haben?

Ja, denken Sie wirklich, so ein Leben als Rose ist das pure Nektarschlecken? Nektar – schon das erste Stichwort! Kaum schaut rose aus der Knospe, schon sind Sie da mit Ihrem Monsterrüssel, den sie überall reinstecken müssen, wo es gut riecht. Ganz ehrlich – würde Ihnen das etwa gefallen? Ich verwette meinen Stängel: Würde es nicht.

Aber Ihnen geht das ja sowas von an den Staubfäden vorbei! Sie drücken alles platt mit dem Riesenriecher und dann verdrehen Sie verzückt die Augen, machen „Ah“ und „Oh“ und fühlen sich dabei, als wäre mein Duft allein Ihr Verdienst! Sagen Sie mal – haben Sie eigentlich eine Ahnung, wie SIE für MICH riechen? Sicher nicht wie Felicité Parmentier oder die Königin von Dänemark oder wie mein Lavendelnachbar – oder gar wie ICH! Nein – Stinkmorchel, Parfümblume und stinkende Nieswurz auf einmal! Brrrr! Und? Kann ich mich etwa wehren, Sie Schneckenschleimwerferin, Sie? Nein, kann ich nicht! Zum Dank für das Vergnügen, das ich Ihnen mache, werde ich an Stangen gefesselt und kann dann gucken, wie ich da wieder rauswachse! Werde mit klebrigen Zeugs besprüht und jeden Tag von Ihnen beguckt mit diesem stieläugigen Blick – Sie wissen schon: „Ah-Ah“, und „Oh-Oh-Oh“! Ja, können Sie mich nicht einfach mal in Ruhe vor mich wachsen lassen? Blattlauskacke nochmal! Was? Sie haben noch immer nicht die Nase voll von mir? Es regnet, gute Frau, Sie werden nass und Ihre komische Klickmaschine, mit der Sie jetzt vor meinem Gesicht rumfuchteln, geht kaputt, wenn Sie nicht aufpassen! Blattfraß, Heckenwickler, Mehltau und Rosenrost – haben Sie nicht kapiert, dass Sie mir auf meine zartesten Fruchtblätter gehen? Verschwinden Sie! Los!

Uff!! Sie geht! Geschafft! Himmel und Sonnenschein und Bienenfleiß! Ich bin GE-RET-TET! ! Kumpels und Nachbarn, hört ihr mich?! So schnell wieder weg war sie schon lange nicht mehr! Bin ich gut? Oder bin ich gut? Hä? Nicht mal gewunken hat sie mit der Rosenschere! Sag noch einer, die Frage, ob Rosen fluchen können, würde nichts bedeuten!


Hinterlasse einen Kommentar

Steinkreuze II

Vor lauter Steinen das Kreuz nicht gesehen, kann ich da nur sagen. Millionenmal vorbei gelaufen und es nicht mal eines einzigen Blickes gewürdigt! So ist es mir ergangen mit dem Steinkreuz, das in Olching wirklich direkt an der Hauptstraße steht, hübsch angeordnet neben St. Peter und Paul, auf dem Nöscherplatz. Zu meiner Verteidigung kann ich nur hervorbringen, dass das Kreuz im Schatten eines hübschen Baumes steht. Na gut. Ich geb‘s zu – eine wirkliche Entschuldigung ist das nicht.

Olchinger Steinkreuz

Das Steinkreuz in Olching „versteckt“ sich im Schatten eines Baumes

Immerhin: Ich hole jetzt sozusagen alles nach: Hier ist es! Und das Kreuz, sagt mir die wunderbaren Datenbank für Steinkreuz-Fans Sühnekreuze & Mordsteine , ist aus Tuffstein und stammt aus dem Mittelalter.

Ob es sich bei diesem Kreuz um eine Sühnekreuz handelt oder um ein Steinkreuz, das zum Beispiel als Grenz- oder Wetterstein oder als Stationskreuz von Pilgern oder Prozessionen genutzt wurde, scheint nicht klar zu sein.

Natürlich würde ich persönlich dank meiner Vorliebe für spannende Geschichten viel lieber zur ersten Variante tendieren. Denn Sühnekreuze wurden im Mittelalter als Teil von Sühneverträgen gesetzt. Das war eine Art früher Täter-Opfer-Ausgleich: In manchen Fällen nützte es der (etwa nun mann- und vaterlosen) Familie nichts, wenn dem Totschläger zur Strafe der Kopf abgeschlagen wurde. Viel mehr hatte eine solche Familie davon, wenn der Täter den Hinterbliebenen eine lebenslange Rente bezahlte, oder in deren Landwirtschaft mit anpackte. Zum Zeichen und zur Erinnerung an seine Tat musste der Mörder oder Totschläger ein Steinkreuz aufstellen. Manchmal musste der Täter zudem sonntags vor der Kirche stehen und um Vergebung flehen.

Mit der Einführung des ersten Reichsstrafgesetzbuches, der so genannten „Carolina“ durch Kaiser Karl V. im Jahr 1532 war mit dieser Art des Täter-Opfer-Ausgleichs erstmal Schluss. Offenbar wurden danach auch keine Sühnesteine mehr aufgestellt.

Quellen: Sühnekreuze & Mordsteine
Clemens Böhne, Die drei steinernen Kreuze von Unterschweinbach (1. und 2. Teil), Amperland 1, 1965; https://de.wikipedia.org/wiki/Steinkreuz#S.C3.BChnekreuze


Hinterlasse einen Kommentar

Drei Steinkreuze

Kreuz am Ortsausgang von Unterschweinbach

Kreuz am Ortsausgang von Unterschweinbach

Es gibt Geschichten, die begegnen einem einfach so im Vorbeigehen – und ich wäre nicht ich, wenn ich keine Lust hätte, ihnen nachzuspüren. Die drei „sagenumwobenen Steinkreuze“ von Unterschweinbach im Post von vorgestern haben mich nicht losgelassen. Ein bisschen Recherche und eine Fahrt heute früh mit der Kamera im Gepäck: Voilà  – ich laufe der Geschichte direkt in die Arme.

Zu den drei Kreuzen gibt es wirklich eine richtige Sage – sogar eine tragisch-schöne Liebesgeschichte. Sie geht so:

Es waren einmal…

…drei Brüder, die im nahe gelegenen Schloss Spielberg mit ihrer Familie lebten. Diese drei Ritter waren ohne Tadel und ohne Furcht und sich in brüderlicher Liebe zugetan. Man ahnt es schon – jetzt kommt die schöne Frau ins Spiel. Sie hieß Berta und war die einzige Tochter des Burgrafen von der Glonburg, die an der Stelle von Schloß Weyhern gestanden haben soll.

Das Mädchen hatte viele Verehrer und auch alle drei Herren von Spielberg, nämlich Karlmann, Otto und Siegfried, warben um sie. Das schöne Kind schenkte ihr Herz dem Jüngsten der Sippe: Karlmann, was zur Folge hatte, dass es aus war mit der friedlichen Bruderliebe. Denn die beiden älteren, Otto und Siegfried, missgönnten dem jüngeren Bruder sein Glück und schworen Rache. Siegfried schließlich schritt zur Tat. Er überfiel die schöne Berta, die vor Schreck in Ohnmacht fiel, in einem Gebüsch zwischen Unterschweinbach und Glonburg und zog sie auf sein Pferd. Unglücklicherweise kam Bertas Bräutigam Karlmann des Wegs, der seine Braut nach Ritterart mit dem Schwert verteidigte. Es gab einen erbitterten Kampf um die ohnmächtige Schöne, den keiner der beiden Streithähne überlebte. Den dritten Bruder, Otto, nahm die Nachricht vom Tod der beiden so mit, dass er ebenfalls starb. Berta, das schöne Mädchen schließlich, wurde, so sagt die Sage, am Morgen nach dem Begräbnis der drei Brüder tot am Grab ihres geliebten Karlmann gefunden. Sie soll sein Grabkreuz noch im Tode fest umschlungen haben. So waren sowohl die drei Brüder in ihrem gemeinsamen Grab als auch die Liebenden über den Tod hinaus miteinander verbunden.

…Und da sie alle gestorben sind, gibt es leider kein glückliches Ende.

Die drei Steinkreuze sollen angeblich an diese Sage erinnern. Eines soll an der Stelle stehen, an der Siegfried seinen Bruder Karlmann mit dem Schwert verwundet hat. Das zweite vor der Dorfkriche, wo die beiden Ritter im Kampf starben.Das dritte ist am Rand von Unterschweinbach an der Alpenstraße zu finden. Dies soll der Ort sein, wo Otto vor Schreck sein Leben ließ.

Ich finde, auch die schöne Berta hätte ein Kreuz verdient gehabt.

Kreuz 2

Quelle: zeitschrift-amperland.de, Artikel von Clemens Böhne, Die drei steinernen Kreuze von Unterschweinbach, Amperland Ausgabe 1, 1965, S. 63-64.